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Überwintern mit den Radflamingos. Teil 3. Wolle maximal.

Neulich war ich sehr enttäuscht. An meinem Geburtstag, um genau zu sein. Ich habe C. genaue Schenk-Instruktionen gegeben, weil er “nie” weiß, was er mir schenken soll. Mir hingegen fallen immer massig Dinge ein, die ich gerne hätte (eine Kette mit Faultier-Anhänger. Einen Federsattel für Ranger. Bunte Rennradsocken).

Also habe ich ihm eine Liste geschickt. “Bunte Rennradsocken” habe ich drei Mal unterstrichen. Erwartungsvoll packte ich an meinem Geburtstag ein fußgroßes, weiches Päckchen aus. Eine Packung schwarzer …Tennissocken?! Ich war kurz davor, in Tränen auszubrechen.

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Diese Socken haben wirklich nur einen Nachteil. Sie sind nicht bunt.

Dann fiel mir ein, dass C. auch gerne mal einen Scherz macht. Sicherlich wollter er mir einen Streich spielen. Ich lachte nervös und C. sagte: “Ich habe lange recherchiert. Das hier sind die besten Socken. Du wirst nie wieder frieren! Das macht der Merino-Anteil.” Ich konnte mir allerdings gerade nicht vorstellen, überhaupt je wieder zu frieren. Es war Mitte September, 18 Uhr und 28° Grad. Ich versuchte mich zu freuen.

Jetzt ist es November. Ich freue mich sehr über dieses wunderbare Geschenk von C. Ich hatte meine Ullmax (ull ist übrigens Schwedisch und heißt Wolle) bereits zwei Mal an. Mein Fuß-Frost-Problem ist weg! Ich hatte wohltemperierte Füße, sogar bei der 98-Kilometer-Tour ohne Überschuhe!

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Die Ullmax plus Überzieher = Topgeschoss gegen die Kälte.

Ich möchte noch hinzufügen, dass die Socken hervorragend sitzen, so sportsockenmäßig, ein leicht angerautes, aber nicht kratziges Tragegefühl vermitteln und keinen Schweißfuß machen.

Liebe Ullmaxer, ich hätte die nur gerne in bunt geringelt. Jedenfalls: Ein Supergeschenk! Danke, C.!

 

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Überwintern mit den Radflamingos. Teil 2: Die Gruppenausfahrt.

In unserer tollen neuen Blogserie “Überwintern mit den Radflamingos” habe ich dann direkt mal ausprobiert, wie es ist, mit einer großen Gruppe dem Herbstwetter zu trotzen. Am Sonntag startete die Schicke Mütze ihre Winterausfahrt-Serie mit dem hübschen Namen Winterschlampenparade über niederrheinische Wirtschaftswege. Eine super Idee eigentlich, sich gemeinsam durch die dunkle, kalte Jahreszeit zu retten. Die Idee ist “Gute Laune bei schlechtem Wetter!”.

Immer sonntags um 11 Uhr treffen sich die Winterschlampen an den Rheinterrassen am Josef-Beys-Ufer in Düsseldorf. Manchmal gibt es wohl besondere Highlights. Heute eine Suppe im Anschluss.

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Ich, vom Wind fertiggemacht mit leckerer Kürbissuppe.

Bestimmt gibt es solche Winterausfahrten auch in anderen Regionen. Schreibt sehr gerne eure Tipps und Ideen in die Kommentare!

***

Nun notiere ich noch schnell meine erste Fahrt in der Winterschlampenparade und möchte als allererstes und in ewiger Dankbarkeit einem tapferen Menschen danken, dessen Namen ich nicht buchstabieren kann, aber er erklärte die Aussprache mit dem Fechterwort “En garde!”.

Er hat mir ein paar ziemlich schlaue Prinzipien zum Dranbleiben im Wind bei Gruppenfahren erklärt – die mir wirklich ganz und gar nicht klar waren – und zwar während er mich, abgeschlagen vom Wind ungefähr 500 Meter hinter dem Peloton wieder aufsammelte und mich nach vorne gefahren hat. Mit Schieben. Ich gebe es ungern zu. Knirsch.

1. Wind von vorne
Es ist eine schlaue Idee, sich direkt vorne, so in der dritten oder vierten Reihe, am besten hinter jemandem, der sehr ruhig und gleichmäßig fährt, einzusortieren und so den Windschatten von vorne und von hinten zu genießen.

2. Wind von der Seite
Je nach Windlage, kann es sinnvoll sein, sich seitlich hinter jemandem vor dem Wind zu verstecken und sich immer dahin zu wuseln, wo der Wind nicht ist.

3. Wind in der Kurve
Erfahrene Radfahrer schalten ganz ohne darüber nachzudenken vor der Kurve runter. So bleiben sie müheloser in der kraftsparenden Position im Windschatten

4. Wind von hinten
Freuen!

Was mir auffällt: Wahrscheinlich muss ich mich doch trauen, näher an das Rad vor mir heranzufahren. Das ist eine große Hemmschwelle für mich, aber anscheinend die einzige Möglichkeit, nicht vom Feld abzureißen.

Diese unruhigen 75 Kilometer habe ich unglaublicherweise am Ende doch geschafft, ohne mich entmutigt in einen Graben zu werfen. Ich erspare euch auch die Formtief-Ausreden an dieser Stelle (ehrlich gesagt sammele ich sie für einen späteren Eintrag). Aber D. hat mich auch ordentlich motiviert. Am Ende gab es eine unglaublich leckere Kürbissuppe in der Mütze. Und ein Ticket für den RE zurück nach Duisburg.

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P.S. Tiersichtungen
– Ziemlich viele Windhunde.

P.P.S. Zum Glück hat es nicht geregnet. Denn das ist noch eine ganz andere Geschichte, zu der wir uns sehr freuen, Euch bald unseren ersten Gastblog-Beitrag präsentieren zu können.

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Überwintern mit den Radflamingos. Teil 1: Der Countdown.

Er ist 1 Herausforderung. Vong Schweinehund her. Die Rede ist vom Winter, mit dem wir Radflamingos offiziell die Monate November, Dezember, Januar, Februar und März betiteln. Doch in dieser miesen blöden grauen öden blätterlosen eisig kühlen Jahreszeit sollen Lexa und Nessi nicht im Keller verwahrlosen. Und wir wollen unsere (mühsam aufgebaute) Form zumindest ansatzweise in den April herüberretten.

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Mareike und Electra machen es vor: Schick eingemummelt durch den Herbst. Macht 1/20. Yay!

Deshalb starten wir jetzt unsere Blog-Serie “Überwintern mit den Radflamingos”. Gegen Schweinehunde und Kälte, für Motivation und Fahrspaß. Dieser erste Teil handelt von einer genialen Idee. Mareikes genialer Idee, um genau zu sein.

Sie hat das Winter-Problem einmal völlig nüchtern, emotionslos und unkünstlerisch betrachtet und kam zu folgendem Ergebnis: Es gibt die fünf fahrradkomfortkritischen Monate von November bis März. Jeder dieser bitterkalten, jahreszeitlichen Drecksäcke wartet mit jeweils vier Wochenenden auf, an denen geradelt werden kann. Macht also insgesamt 20 Fahrten. Bis zur Zeitumstellung sind es 26 Fahrten, und wir rechnen großzügig vier Bonusfahrten dazu (muss sich ja lohnen; ist ja kein Hallensport). Also 30.

Das Geheimnis ist nun, sich tatsächlich jedes Wochenende aufs Rad zu schwingen. Egal auf welches, egal wie weit, egal wohin. Und wenn’s regnet, wird’s auf die Rolle gestellt. Oder Ihr stählt Eure Rumpfmuskulatur (Verzeihung, Ihr macht Core-Training) oder geht laufen. Hauptsache, Ihr zählt die Wochen runter, macht den Countdown, verzeichnet hinter Eurer winterlichen Sportaktivität eine Zahl. Sprich: Die erste Ausfahrt im November (idealerweise in der ersten Woche) ist die “1/30”, also die erste von 30 Fahrten bis zum Frühling. Radeln am zweiten Novemberwochenende ist die zweite von insgesamt 30 Fahrten bis zum Frühling, also die “2/30” usw. Das motiviert und befriedigt ungemein. So wie Aufgaben aus einer To-Do-Liste zu streichen.

Und irgendwann heißt es “30/30”. Und der Frühling ist da.

P.S. Fortsetzung folgt.
Was es mit einer mysteriösen Anzahlung, einem auf den ersten Blick enttäuschenden Geburtstagsgeschenk und einer verpassten Fähre auf sich hat, erfahrt Ihr in den nächsten Folgen von “Überwintern mit den Radflamingos”.

P.P.S. Exklusiv nur für Euch.
Den #Flamingowinter Countdown zum Herunterladen, Aufhängen und Abhaken findet Ihr hier:
Überwintern_2016

Geht in die Hose. Teil VI.

Ganz ehrlich: Jedes mal habe ich tief geseufzt, wenn ich mal wieder heimlich etwas von Assos anprobiert habe. Nicht nur, weil sich die recht teuren Hosen unglaublich toll anfühlen, sondern vor allem, weil die frühere Werbekampagne anscheinend keine Frauen als Zielgruppe hat. Dann – aber dann – kündigte Assos eine neue Strategie an, und ich konnte mir eine T.laalaLai Bib zur Anprobe zuschicken lassen.

Bildschirmfoto 2016-11-03 um 15.05.21

Hinweis: Bei diesem Model handelt es sich nicht um Flaminga Mareike. Sie würde die Arme nicht so unnatürlich strecken und lächelt außerdem sehr hübsch. Fotoquelle: www.assos-store.de

{ Ich habe kurz darüber nachgedacht, ein ironisches Foto im Stil der alten Assos-Darstellung zu schießen. Aber ich habe leider keine so hohen Lackpumps. }

Produkt
ASSOS T.LAALALAISHORTS_S7, Größe M
Model
Flaminga Mareike

Test
Das Anziehen erscheint erstmal kompliziert und ich stelle fest, dass ich das Material nicht zerren darf, eher krempeln, damit es sich nicht komisch verzieht, was aber nach einiger Zeit wieder in seine ursprüngliche Form zurückgeht. Aber dann sitzt sie. Sie sitzt richtig gut.

Der Magnetverschluss lässt sich vorne mittig schließen, was zuerst ungewohnt erscheint, aber im Vergleich zu anderen Hosen meiner Testreihe eine wirklich logische Herangehensweise zu sein scheint.

Das Material ist zart-schmelzend, es formt und schmeichelt. Das Polster ist griffig-kompakt – sehr hightech! Ich liebe die wilden Schriftzüge auf den rückseitigen Hosenträgern, die unter dem Trikot verschwinden und den einzigen Hinweis auf die Marke als kleines lilapinkes Fähnchen am Po. Genau mein Ding.

Die behalte ich und muss sie sofort testen. Wirklich. Ich glaube, die Hose kann glücklich machen.

Hosen-Zeugnis
Preis/Leistung: Ganz sicher gut!
Passform: Richtig schnittig. Kann ich mich sehr gut drin leiden.
Coolness: Aber ja!!! Gutes Understatement, winzige Lable.
Umwelt & Gewissen: Ich finde keine Infos. Es werden Hosenpolster-Ingenieure in der Schweiz beschäftigt.
Werbung: Wird besser.
Bestellabwicklung: Über einige Shops zu den jeweiligen Bedingungen.

Links
www.assos.com

 

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Le Buch

Vor unserem Südfrankreichurlaub war ich im Buchladen. Ich erspähte ein Exemplar mit Fahrrädern auf dem Cover, las “Ventoux” und kaufte es sofort.

Ventoux von Bert Wagendorp

Auch in Sachen Optik und Haptik volle Punktzahl von mir.

Das solltet Ihr auch tun. Allerdings erst nachdem ihr den titelgebenden Berg hinaufgefahren seid. Sonst schüchtert es vielleicht ein bisschen ein. Zu Unrecht, wie ich nun aus eigener Erfahrung weiß. Mit selbiger in den Beinen las ich den Roman nun tiefenentspannt auf unserem französischen Sofa, ab und zu an einer infusion schlürfend und freute mich.

Der Grund meiner Freude: Das Buch ist herrlich runterzuschmökern. Der Autor ist Journalist und schreibt deshalb wunderbar schnörkellos. Kitschig wird’s trotz der wie dafür gemachten Storyline auch nicht.

Und die geht so: 50-Jähriger Protagonist trifft nach langer Funkstille auf seine besten Freunde von früher. Sie alle waren zu Schulzeiten in dasselbe Mädchen, in Laura, verliebt. Den Sommer nach ihrem Abschluss verbringen sie in Südfrankreich, um den Mont Ventoux mit dem Rennrad zu erklimmen. Dann passiert (natürlich) etwas extrem Dramatisches. Folge: Die Freunde sind megamäßig traumatisiert, das von allen angebetete Mädchen verschwindet spurlos, die anderen verlieren sich aus den Augen. Dreißig Jahre später heißt es “Mont Ventoux revisited”. Ebenfalls mit dem Rennrad, versteht sich. Rückblenden, Aufrollen der ganzen Geschichte, Aufarbeitung des Traumas und schließlich (ist ja klar) taucht auch noch Laura in Bédoin auf. Dass die ganze Geschichte äußerst happy ausgeht, muss ich wahrscheinlich nicht extra betonen.

 

Buch-Zeugnis
Unterhaltungswert: Sehr gut.
Literarischer Anspruch: Ordentlich.
Worum geht’s: Mont Ventoux. Rennräder. Liebe. Freundschaft. Musik.
Meckern geht ja immer: Also ich hätte ja gerne noch einen Anhang mit sämtlicher Rennrad-Literatur gehabt, die sich mit dem Thema “Berge fahren” und “Mont Ventoux” befasst. Außerdem finde ich den Untertitel doof. “Fieber des Lebens”?! Och bötte!
Wem’s gefällt, der mag auch: Coming-of-Age-Gedöns und alle Bücher mit “Sommer” im Titel (Beides vereint zum Beispiel Ein letzter Sommer von Steve Tesich).

Über den Autor
Bert Wagendorp, Jahrgang 1956, ist als Kolumnist für die niederländische Zeitung De Volkskrant und eine flämische Tageszeitung tätig. Zwischen 1989 und 1994 berichtete er unter anderem von der Tour de France. Zudem hat er das literarische Radrennmagazin De Muur mitbegründet. »Ventoux« war der große Überraschungsbestseller der letzten Jahre in den Niederlanden und wurde dort erfolgreich verfilmt (Quelle Text und Coverbild: btb-Verlag).

Fakten zum Buch
Erschienen im Juni 2016 im btb-Verlag. Aus dem Niederländischen übersetzt von Andreas Ecke. 320 Seiten, 19,90 Euro. Bei Eurem Buchhändler vor Ort kaufen (tüchtig), beim Online-Riesen im Internet bestellen (weniger tüchtig) oder in der Bücherei ausleihen (vorbildlich und extrem günstig).

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Wahre Größe

Ich habe mich schon lange darauf gefreut, mit Nessi zum Bikefitting zu fahren. Ein halbes Jahr, um genau zu sein, denn Ralf, der Bikefitting Kerken betreibt, hat ziemlich gut zu tun. Ein bisschen habe ich auch Angst. Was, wenn er sagt “Nützt alles nichts, aber für die perfekte Einstellung ist dir dein Rennrad zu groß”?

Das hatte damals ja schon der Fahrradhändler angedeutet, der Nessi kurz nach dem Kauf einen kürzeren Vorbau verpasste. Inzwischen trägt sie sogar einen noch kürzeren, der irgendwie suboptimal aussieht. Mareike sagt, dass D. sagt, dass das fürs bergab fahren auch gefährlich sei (Was Ralf später bestätigt. Für die Gabel sei es auch nicht gut).

Ich rolle Nessi in Ralfs Fahrradzimmer, das mit einem riesigen Monitor und unzähligen, übersichtlich angeordneten Werkzeugen und Messgeräten ausgestattet ist. Außerdem gibt es Kaffee, Kekse und mehrere Jahrgänge Fahrradzeitschriften. Er schaut mich an, dann Nessi und hat noch kein einziges Maßband oder anderes device zur Hand genommen. Dann schüttelt er den Kopf. “Das ist zu groß”, sagt er. Schockschluck! Nessi! “Aber wir gucken uns das jetzt alles mal genau an.”

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Ralf ist supernett, bestens gelaunt und schnallt Nessi erstmal fest.

Zu diesem Behufe muss ich ein paar gymnastische Übungen machen. Den Boden mit den Händen berühren, die Knie zur Nase ziehen. Damit er meine Beweglichkeit einschätzen kann. Ralf ist sehr zufrieden mit meinen Yoga-Verrenkungen und lobt meine Sportlichkeit. “Kannst ruhig tief fahren”, meint er. Ich wachse vor Stolz. Hilft aber nichts, denn beim Messen komme ich trotzdem nicht auf die von mir großspurig angekündigten 1,70. Es bleibt bei 1,69 m. Eventuell Komma Fünf. Ich bin entlarvt.

Dann misst er auch meine Arm-, Rumpf- und Schulterlänge aus, alles zwei Mal, zur Sicherheit, und trägt die Ergebnisse in das seitenlange Datenblatt in seinem Computer ein. Schließlich muss ich mich auf ein blaues, seltsames Gelkissen setzen. Der Po-Abdruck verrät die Beckenknochen-Maße und somit die optimale Sattelbreite. Es stellt sich heraus, dass mein optimaler Sattel ein Sessel ist.

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Ein schmales, zartes Hinterteil? Von dieser Vorstellung muss ich mich verabschieden. Hier ist der Beweis.

“Das ist in der Tat sehr, äh, breit”, sagt Ralf und schaut noch einmal ungläubig zwischen Gel-Po-Messkissen und meinem Hinterteil hin und her. Aber das Gel-Po-Messkissen lügt nie, und er fügt den Wert dem Datenblatt hinzu.

Jetzt reicht Ralf mir einen Hocker, dessen Sitzfläche ein Sattel und dessen Stange nach oben und unten verschiebbar ist. Ich klemme ihn mir also zwischen die Beine, und Ralf liest an der Zentimeterskala der Stange meine Schrittlänge ab. “Oh”, sagt er in einem “Na das kann ja heiter werden”-Tonfall.

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Der riesige Monitor, auf den man beim Rollen schaut, ist nicht im Bild. Ralf hat ein Programm, mit dem man Rennen fahren kann. Ich will jetzt auch einen riesigen Monitor für unsere Rollen im Keller.

Mit einer Schrittlänge von knapp 86 cm sprenge ich die Tabelle der Körperproportionen. Ich bin ein Langbeiner, und das tröstet mich ein bisschen über meine nicht erreichten 1,70 m hinweg. Jetzt nimmt Ralf Nessi genau unter die Lupe und vermisst sie ebenso gründlich wie mich. Außerdem lobt er ihre Ausstattung.

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Laser und Maßband sind bei Ralf ständig im Einsatz.

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Und sie zeigen: Nessi ist eine Große.

Dann darf ich mich auf Nessi setzen und losradeln. Auf dem Monitor erscheinen Trittfrequenz, Durchschnittsgeschwindigkeit und allerlei andere coolen Anzeigen. Außerdem könnte ich Tour de France und Rennen gegen andere Freunde (mit dem gleichen Programm zuhause) wählen. So eine Art Nintendo für Rennradler. Ich bin begeistert und lege mich voll ins Zeug.

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Hm, ich hänge wirklich weit hinten.

Während ich völlig angefixt vor mich hinkurbele, nimmt Ralf massenweise Messungen vor. Das Gitter an der Wand hinter mir dient dabei übrigens als Referenz.

Das ist sein Fazit: “Auf dem Foto erkennst du die deutlich zu tiefe und zu weit nach hinten versetzte Sitzposition. Deine Arme sind gestreckt. Deine Schultern sind nach vorne gezogen, und dein Lenker ist viel zu breit. Die Unterlenker-Haltung ist kaum möglich, da der Drop und der Reach für dich zu groß sind.”

Fakt ist: Nessi und ich sind ein tolles Team, schließlich sind wir tagelang zusammen über die Alpen gefahren. Doch ich bekomme schnell Nackenschmerzen, und im Unterlenker bin ich tatsächlich noch nie gefahren, weil dann alles schmerzt. Der Po macht keine Probleme – allerdings weiß ich ja auch nicht, wie es sich anfühlt, wenn alles “richtig” ist. Was wirklich problematisch ist: entspannt bremsen oder die Hände auf die Bremshörnchen legen. Vor allem das Fahren in der Gruppe ist deshalb für mich anstrengend und geht auf die Schulterpartie.

Mit einem richtig eingestellten Rad würde ich “locker” zwei Kilometer pro Stunde schneller, sagt Ralf. Ohne Körpereinsatz, nur aufgrund der Einstellung! Ich sehe mich Jochs und Pässe, Ventouxs und Glabbacher Höhen hinauffliegen und stelle mir vor, wie C. mir gleichermaßen frustriert und bewundernd hinterher schaut.

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Der Sattel muss nach oben.

Zu groß ist zu groß, darum gibt es nicht viel zu fitten. Ralf schraubt Nessis Sattel ein paar Meter nach oben und kippt ihn leicht nach vorn. Und er bietet mir an, dass ich mit einem neuen Rad wieder zu ihm kommen darf, um diesen Bikefitting-Termin quasi zu vollenden. Außerdem kann ich mich vor einem eventuellen Kauf gern an ihn wenden, für eine Einschätzung. Er mailt mir später noch das lange Datenblatt zu, inklusive Empfehlungen für die richtige Radgröße, Lenker- und Sattelbreite und Fotos.

Natürlich habe ich mir diesen Termin ein bisschen anders vorgestellt. Nämlich dass Nessi und ich zu einer Einheit verschmelzen, die megaentspannt Bestzeiten erradelt. Doch weil ich Rennrad fahren einfach liebe, wird es über kurz oder lang auch auf ein neues Rad hinauslaufen. In Bezug auf Nessi betrübt mich das sehr. Aber es eilt ja nicht, und wir radeln an diesem kühl-sonnigen Spätsommerabend trotzdem ganz entspannt nach Hause.

 

P.S. Ralf rät
– Rahmenhöhe 52 bis 54 cm
– Oberrohrlänge: 520 mm bis  535 mm
– Lenkrohrlänge: ca. 140 mm, min 135 mm, mit Spacern zu erweitern.
– Komfortgeometrie
– Hat jemand von Euch zufällig etwas Passendes zu verkaufen? Meldet Euch gern! (Entschuldige, Nessi)

P.P.S. Tiersichtungen
– keine, wegen Tränenschleier

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Le Berg

C., ich und unser Gastsohn Micah haben die Herbstferien in Südfrankreich verbracht. Der Plan: sehr viel vin trinken, sehr viel essen, sehr alte Gebäude anschauen und dem Gastsohn ein bicyclette leihen und hübsch entspannt durch die Provence radeln. Mit uns auf den Rennrädern wäre das wohl ein bisschen zu flott. Also kamen Schnurri und Paula (C.s sonnengelbes Trail-Alltags-Cross-Rad) mit.

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Da isser. Fotografiert von C. in Avignon.

So ganz ist das Gastkind noch nicht mit unserer Fahrradmanie gesynct, also stiegen wir an einem windstillen, grauen Mittwoch gegen 13 Uhr allein ins Auto, um die Räder in Ventoux-Nähe wieder auszupacken und eine Tour um den Berg herum  zu machen. C. hat diverse Strecken auf den Garmin gespeichert.

Aber eigentlich. Jetzt wo wir eh zu Zweit sind. Dann können wir doch. Wie wir ursprünglich wollten. Und plötzlich stehen unser Auto, wir und die Fahrräder in Bédoin am Fuß des sagenumwobenen Mont Ventoux.

Kilometer 20
“Bis zum Gipfel sind es 20 Kilometer”, sagt C. Auch die Strecke bis nach oben steckt in seinem Garmin. Was das bringen soll, ist mir rätselhaft. Schließlich geht es nur geradeaus. Und hoch. Aber ha! 20 Kilometer sitze ich auf einer Arschbacke ab. Das ist eine äußerst übersichtliche Zahl.

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Wärmer als gedacht, also weg mit der Weste.

Erstmal müssen wir aus diesem Ort heraus. Die Wolken (die den Gipfel übrigens komplett verhüllen) sehen sehr bedrohlich aus. Grau. Regenschwanger. Wir einigen uns darauf, bei Regen sofort wieder umzukehren. Wir legen außerdem fest, viele Pausen zu machen. Denn wir haben ja Zeit.

Kilometer 18
Das mit dem Kilometerfressen läuft. Zwar geht’s bergauf, aber doch eher gemäßigt. Warm wird’s auch noch, und wir entfernen Windjacken-Ärmel und ziehen Reißverschlüsse herunter. Vorsichtshalber naschen wir ein bisschen aus der XL-Studentenfuttertüte, die wir mitgebracht haben. Hungeräste gilt es schließlich zu vermeiden.

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C. an Kilometer 18, mit der provenzalischen Landschaft verschmelzend.

Ich kann kaum fassen, dass wir wirklich gerade dabei sind, den Mont Ventoux hochzufahren. Wir! Ob ich heute Abend tatsächlich stolz im Bett liege und es geschafft habe? Schwer vorstellbar, denn irgendwie sind wir dem Gipfel noch gar nicht näher gekommen.

Kilometer 16
Wir sind im Wald, und es duftet nach Kiefern. Inzwischen fahre ich auf dem kleinsten Blatt. Schnurris Bergübersetzung macht sich bezahlt, auch wenn ich mich wieder an den größeren Rollwiderstand gewöhnen muss.

Kilometer 15
Laut einem dieser weiß-gelben Kilometersteine am Straßenrand sind wir noch nicht mal auf 1000 Metern. Das betrübt mich. Zumal C. mir mitteilt, dass der Mont Ventoux 1900 Meter hoch sei und nicht wie von mir irrtümlich gedacht, 1600. Die ganze Zeit dachte ich: “Mensch, also genau wie den Brenner hochfahren und noch hundert Meter drauf. Geht doch.” Jetzt denke ich: “Höhenkrankheit! Reinhold Messner! OHMEINGOTT!”

Kilometer 14
Pause, eine von vielen. Am Straßenrand ist dafür massig Platz. Aber ich bin viel zu fertig, um eine Parkbucht anzusteuern. Wir trinken und mampfen Nüsse gerade so weit rechts, ohne dass uns eins der wenigen vorbeikommenden Autos umfahren kann.

Kilometer 13
Die Radfahrer, die uns im Affentempo entgegensausen, bereiten mir Sorgen. Sie tragen Fleecemützen, Winterhosen, Gamaschen, dicke Handschuhe und haben ihre Bufftücher so weit ins Gesicht gezogen, dass sie fast ihre Brillen verdecken. Ist es wirklich so kalt da oben?

Kilometer 12
Mir ist jedenfalls sehr warm. Ich schnaufe. Ich trete. Ich denke. Zum Beispiel:
– Acht Prozent Steigung ist gar nicht so viel. Es ist nicht zweistellig.
– Was sind das für Rennradler, die ihre Energiegelpapiere einfach auf die Straße werfen?
– Ha, ich mache das komplett ohne Energieriegel, Ihr Pussis!
– Ich hätte allerdings schon gern einen.
– Wann beginnt wohl diese Mondlandschaft?
– Quäl dich, du Sau!
– Ich erzähl den jungen Leuten immer, das ist kein Hallensport.
– Wilfried Erdmann ist mit dem Fahrrad nach Indien gefahren. Völlig ohne Funktionswäsche.

Kilometer 11
Manchmal singe ich auch. Innerlich. Gerade habe ich eine EAV-Phase, die C. fast in den Wahnsinn treibt, wenn ich sie äußerlich auslebe.
– Mit meinem Nobelhobel fahr’ ich auf der Autostrada. Einmal kurz auf’s Gas und schon bin ich da-da.

Kilometer 10
Ich fahre immer weiter. Mir ist völlig schleierhaft, was mich antreibt. Motivierend finde ich jedenfalls den vollgetexteten Straßenbelag und die Tatsache, dass all die Großen genau hier drüber gefahren sind. Da steht zum Beispiel:
– DEGE! DEGE!
– Wij zitten hier! Hup!
– Kold øl, 150 meter!
– FroomEPOwer
– Stop Trump
– Sagan!

Kilometer 9
Einstellig! Dafür vierstellige Höhenmeter. Meine Erinnerung ist verblasst. Plötzlich taucht Chalet Raynard auf. Der Wald verschwindet, und vor uns entfaltet sich die unwirkliche Geröll-Landschaft dieses provenzalischen Klotzes. Wir bleiben kurz stehen, um Windjackenärmel wieder anzuzippen. C. schafft es trotz Kurzatmigkeit mich darauf hinzuweisen, dass die Tour de France dieses Jahr hier ihr Ende fand. Der Wind war so furchtbar stark, die armen Froomes und Sagans und Quintanas hätte es einfach in die weit unten liegenden Lavendelfelder geblasen.

Müsste ich nicht viel platter sein? Ich fahre schon mal, während C. noch an seiner Weste fummelt. DAS nenne ich Berg. Diese Felsen, der Ausblick (dank Nebel leider nur ansatzweise), diese Stangen an den Seiten. Ein Geräusch von hinten. Das wird C. sein. Mensch, der hat aber noch Körner, mich so rasch einzuholen. Ich blicke zur Seite. Ich will weinen. Ein Jogger sprintet an mir vorbei. Braungebrannt, hübsche Wadenmuskeln, nicht mal mit grimmig-verkrampfter Miene, nein, er hüpft locker-flockig-frohgemut hinauf.

Schon sehr viel näher
Wir machen noch mehr Pausen. Ich stelle mir vor, dass mich jede Kehre dem Gipfel näherbringt. Jede Kehre bringt Höhenmeter. Das sind doch jetzt schon, also mindestens… wenn nicht sogar…

Ganz nah dran, glaub ich
Es ist kalt. Der Nebel ist kalt. Mir ist kalt. C. ist mit Paula vor vielen Jahren schon einmal den Mont Ventoux hochgefahren. Im Sommer. Er berichtet in atemlosen, abgehackten Sätzen, über welchen Ausblick wir bei Fernsicht verfügen würden (Einen sehr schönen. Bis ans Meer).

Es kann nicht mehr weit sein
Ich sehe den Jogger als winzigen, neongelben Punkt über mir. Dann überholt mich ein Rennradfahrer. Ok. Der darf das. Dann überholt mich ein Typ auf einem E-Bike! Der Rennradfahrer, C. und ich schnaufen gleichermaßen frustriert-empört.

Tommy-Simpson-Gedenkstein
Hier machen wir natürlich eine Pause und legen einen Stein unter die Gedenktafel.

Das Weiße im Hintergrund ist die Nebelwand.

Das Weiße im Hintergrund ist die Nebelwand. Und eventuell auch Fels.

Nur noch 1 km
Das sind ja nur 1000 Meter! Das ist ja unglaublich nah! Das heißt, wir schaffen es wirklich! Der Nebel, die Kälte, die Knapp-Fünf-Meter-Sicht, die Stille – das sorgt für eine seltsame, unheimliche Atmosphäre. Wir haben keine Ahnung, wo wir sind. Wir sehen weder den Gipfel, noch die Straße, von der wir kommen.

Gelogen! Das sind mehr als 1 km
Es geht nicht mehr. Wir schieben. Wir schieben beide.

Le Gipfel!
Da! Da ist das Schild, das ich so gut von Fotos kenne! Ich sprinte mit Schnurri hin. Der Wahnsinn! Wir sind da!

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Call me Hillgirl. Yeah! Ich sehe aus wie ein Michelinmännchen und trage meine Tchibo-Kompressionssocken. Alles aus Kälteschutzgründen. Eitelkeit adé.

Noch nie habe ich mich so unbändig über ein sportliches Ereignis gefreut. Doch ich will nur eins. Wieder runter. Scheiße ist das kalt! Der andere Rennradfahrer zieht sich gerade im flatternden Wind wärmere Klamotten über. Als wir mein Handy für das Beweisfoto zücken, sagt er, dass er extra auf uns gewartet habe, damit er fotografieren kann. Merci an dieser Stelle!

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Wir ziehen alles an, was der Rucksack hergibt. Das ist leider gar nicht so viel.

Wir drei beglückwünschen uns gegenseitig, wünschen uns einen bonne journée und nicht vergessen, vorsichtig runterfahren! So schnell wir können, bei Wind und 1°C, ziehen wir uns Mützen und Hemden an. Leider haben wir nur ein Paar Handschuhe. Sie gehören C.

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Auch Paula und Schnurri bekommen ihr wohlverdientes Foto. Besonders gefreut haben wir uns übrigens über den “Düsseldorf Grand Départ 2017”-Aufkleber!

Egal. Alles an, alles drüber. Ich trage ein Riesen T-Shirt von C. über meiner Windjacke. Das Bufftuch über der Nase. Die Kapuze meines Pullis hochgeklappt, darüber eine Fleecemütze. Nur bitte wieder runter. Los geht’s. Ok. Wir einigen uns darauf, wirklich ganz vorsichtig zu fahren.

Bergab

Noch vor Tommy Simpsons Stein sind meine knallroten Hände komplett bewegungsunfähig. Ich würde gern höher schalten, weiß aber nicht wie und wo. C. ist ein Gentleman. Er gibt mir seine Handschuhe.

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Trotz Kälte, völliger Verausgabung und Ankunftsjubelschock hatte ich Zeit, dieses künstlerisch wertvolle Foto zu machen.

Und weiter runter. Ein bisschen blutet mir das Herz, dass wir jetzt so flitzen, so schnell die Straße hinter uns lassen, die uns vorhin schier endlose Quälerei beschert hat. Aber wow, ist das eine flowige Abfahrt! Die Kurven sind gut einsehbar, die Steigungungen nicht so krass, dass man heftig in den Bremsen hängen müsste, der Verkehr, welcher Verkehr? Wenn mir ein bisschen wärmer wäre, dann wäre diese Abfahrt die perfekte Zehn.

Back in Bédoin
Genau dreieinhalb Stunden haben wir gebraucht. Dreißig Minuten hat die Abfahrt gedauert. Krass, bin ich also wirklich drei Stunden ununterbrochen bergauf gefahren? Egal. Es war der Wahnsinn und hat sich gelohnt. Allerdings ist uns so kalt, dass wir, im wahrsten buchstäblichen Wortsinn schlottern und mit den Zähnen klappern. Wir ziehen ein paar nasse Sachen aus, einen Kapuzenpulli über, ich hülle mich in die Decke ein, die immer im Kofferraum liegt. Dann stellen wir Umweltsäue die Heizung auf volle Pulle und fahren glücklich nach Hause. Au révoir, lieber Berg! A la prochaine fois!

P.S. Tiersichtungen
– Flamingos! In freier Wildbahn! Endlich! (Ganz eventuell nicht am selben Tag gesichtet) Zum Beweis jedoch ein Foto:

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Geht in die Hose. Teil V.

Sie ist wunderschön. Sie hat ein paar weiße Pünktchen am Bein. Sie ist ein körperformschönmachender Einteiler, der sich, glaube ich, auch zum Triathlon eignet (das T-Wort. Das musste ja passieren. Danke Maren. Dazu später mal eventuell mehr). Um es kurz zu machen: Ich bin fündig geworden!

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Gelernt: Fahrradhosen lassen sich am besten in Aktion fotografieren. Hier seht Ihr die tollen Reflektor-Punkte.

Produkt
PROTECTIVE Damenbody „Tara“, Größe 36 (eher eine Nummer kleiner wählen)
Model
Flaminga Annette

Fazit
Seit einigen Wochen schwinge ich mich in meinem Protective Body (mei, so heißt es halt. Trägerhose eben) auf Nessi. Damit fahre ich das Nachfolgermodell meines heißgeliebten, zirka neun Jahre alten Protective Bodys. Der ist jetzt etwas ausgeleiert, und die recht kurzen Beine, die ich früher toll fand, gefallen mir jetzt nicht mehr so (Stichwort gleichmäßige tanlines und, ähm, DellenCellulitis, ihr wisst schon).

Das neue Nachfolgemodell hat „normal kurze“ Beine. Das Polster ist relativ dünn geworden (sicher nicht für jeden das Richtige), aber ich finde es okay. Der Rückenteil hat jetzt mehr Mesh-Einsatz (Ha, ich sollte für Outdoor-Firmen texten!), ein bisschen Weiß ist hinzugekommen (an den Trägern und am Rücken und nicht zu vergessen die Punkte am Bein), und das alleraller Wichtigste: Sitzt super!

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Vorne ist ein kurzer Reißverschluss, die Träger an den Schultern sind schön breit. Das – und weil es ein Body ist – sorgt für komfortables Sitzgefühl. Die Beine könnten vielleicht noch enger sitzen (wer Rennen fährt, kauft wahrscheinlich sowieso so richtig spack sitzende Teile), aber ich bin höchst zufrieden. Die Hose hat sich auf unserer Urlaubs-Radfahrt bereits bestens bewährt. Ich bin schon fast traurig, dass ich bald wieder auf die längeren Modelle umsteigen muss (obwohl ich da auch bequeme Hosen gefunden habe). Also: endlich! Das Suchen hat ein Ende. Kaufempfehlung!

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18 Uhr, unterwegs nach Arcen: die Hose sitzt.

Hosen-Zeugnis
Preis/Leistung: sehr gut (89,90 Euro)
Passform: sehr gut
Polster: gut (eher dünn)
Coolness: sehr gut (Die Punkte! Der Schriftzug!)
Umwelt: weiß ich nicht
Werbung: befriedigend
Bestellabwicklung: gut (Bobshop)

Links
Protective
Bobshop

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Der Wendekreis der Radflamingos

Die Radflamingos, Lali Banani*, Giulia und Leonie sind am Sonntag zu ihrer seit Monaten geplanten Pommes-Tour aufgebrochen. Ziel war es, das kartoffelstäbchenherstellende Nachbarland zügig mit den Rennrädern zu erreichen und sich dort die wohlverdienten Patatjes selbstzufrieden einzuverleiben.

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Nun. Soweit der Plan. Mareike war beim dritten Kaffee, ich schnuppte Schokolade und Leonie und Giulia ernteten eifrig Weintrauben aus unserem Garten. Irgendwie mussten wir die Zeit ja überbrücken, nachdem Lali mit einem kryptischen Anruf ihr Zuspätkommen ankündigte. Irgendwas mit Kette, kaputt, Kempener Weg.

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Aufgepumpt, gecheckt, beladen. Eigentlich könnten wir losradeln. Eigentlich.

C. war lieb, setzte sich ins Auto, und versuchte Lali anhand der dürftigen Ortsangaben zu lokalisieren. Und zwar schon seit einer Dreiviertelstunde. Wir vier bewegten uns beinahe schon am Rande des Fresskomas, als die beiden endlich ankamen.

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Merke: Einweghandschuhe sind deine Freunde!

C. hievte Lalis wunderschönes Specialized Ruby aus dem Kombi, und Lali trug die Fahrradkette in ihren ölschwarzen Händen. Ruby bekam ihre Kette (repariert) zurück, und die Schaltung funktionierte wieder. C. bot Lali Waschseife und uns Einweghandschuhe an, falls es unterwegs Probleme geben sollte.

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Mal einfach die Kette wieder dran machen. Klaro. Kein Problem.

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C. und Mareike helfen. Lexas Kette dient als Vergleichsobjekt.

Doch während der internationalen 65 Kilometer-Tour mussten wir uns Gott sei Dank mit keinerlei technischen Problemen mehr herumschlagen. Selbst der Garmin, der uns leitete (danke für die Tour übrigens, Peter von den Ciclisti Kempen), war brav. Und als ich einmal zweimal dreimal zur abrupten Richtungsänderungen aufrief, lag das an der, hm, tiefstehenden Sonne. Oder so.

Diese Richtungswechsel bringen uns zum nächsten Thema – dem Wendekreis. Diesbezüglich hatte Mareike eine Erkenntnis. Sie, Mareike, wisse jetzt, warum sie immer länger brauche, um zu uns aufzuschließen, wenn wir wegen einer Falschansage umdrehen müssten. Es liege an ihrem Wendekreis. Der sei komplett andersherum als unserer. Weil sie „goofy“ sei mit ihrer Pedale. „Also Ihr klickt immer zuerst mit links aus. Ich mit rechts“, erklärte Mareike. Und deshalb drehe sie mit Lexa auch immer ihre Korrektur-Kurve in einem anderem Bogen als wir.

Weitere Themen an diesem Sonnensonnensonnenseptembersonntag: der Wind. Der kam nämlich von hinten. Aus unerfindlichen Gründen sogar die ganze Zeit. Nachdem uns ein als Radweg deklarierter  Baumwurzel-Trail auf die Landstraße trieb und wir hübsch hintereinander und flott bis Arcen kurbelten, stoppten uns im dortigen Wald Feen, Zauberer und Elfen. Zeit also für einen Reality-Check und einen Zwischensnack in Form von Früchte-Quetschbeuteln.

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Liebe Quetschbeutel-Hersteller: Sucht Ihr zufällig noch total kompetente Produkttester?

Wir wurden von einem übereifrigen Ordner verscheucht, und fanden uns bald auf einer winzigen, niedlichen Fähre wieder, die uns über die Maas schaukelte. Der netteste und wahrscheinlich älteste Fährmann ever bat direkt um ein Handy, um uns zu fotografieren. Wir waren entzückt und strahlten geschmeichelt.

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Schwupp sind wir drüben. Leider haben wir den netten Fährmann nicht fotografiert, aber man sieht seinen Schatten.

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“So und jetzt alle lächeln” (In niederländischem Akzent gesprochen)

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Der Fährmann fotografierte gnadenlos und aus allen Winkeln.

Im Spargeldorf Grubbenvorst, hinter der (wirklich nach Rosen duftenden) Rosenstadt Lottum, dann endlich – POMMES! Mareike und ich waren zunächst sehr irritiert, dass wir als einzige tatsächlich (und “fließend” Niederländisch, schließlich galt es, jüngere Radlerinnen zu beeindrucken) patatjes bestellten. Doch die drei besannen sich rasch, und wir aßen alle gemeinsam aus den mehr als groot zu bezeichnenden Pommestüten.

Äußerst entspannt radelten wir weiter nach dem Motto “Sie haben Ihr Ziel erreicht.” Denn das hatten wir ja. Ich dirigierte uns durch Venlo und dann immer bergauf (!), bis zum Wohnviertel und der Heide mit dem Segelflugplatz. Fun fact: Einer von den AC/DC Typen (ja, von der Band) wohnt in Venlo, weil seine Frau Niederländerin ist.

Mareike riet mir, mein Strava-Segment “Parallel zur Lagune sausen”, besser nicht zu erwähnen. Ich sagte ihr, dass ich das für eine kluge Idee hielte. Schließlich reicht es, dass Maren sich dort das Krönchen geschnappt hat. So wie Leonie, Giulia und Lali fahren, hätte ich mich wohl bald noch weiter hinten auf der Rangliste wiedergefunden.

Zuhause indes war C. nicht untüchtig geblieben, und so verspeisten wir auf der Terrasse frischen Apple-Crumble und überlegten, wohin uns unsere nächste Tour führen soll (Vorschläge, anyone?)

 

P.S. Tiersichtungen
– 2 wilde Rauhhaardackel
– 1 Ork (zählt nicht, weil streng genommen kein Tier und weil auch leider das Beweisfoto fehlt).

*Lali ist die Abkürzung für Lalena. Ihre Eltern haben sich coolerweise vom gleichnamigen Deep-Purple-Song inspirieren lassen. Banani spielt auf ihre Lieblingsspeise Bananen an, von denen selbstverständlich mehrere in ihrem Trikot steckten.

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❤️ First Fahrrad-Love ❤️

Erinnert Ihr Euch noch an Euer erstes Fahrrad? Meins war wunderschön. Blau, schwer, mit dicken Reifen und Micky-Maus-Klingel. Mein Papa hat sogar eine Hupe montiert, die ich eifrig nutzte.

Nettiradelt

1979. Ich übe. Ich will die Stützräder unbedingt loswerden!

Er hat sich zudem immer darum gekümmert, dass “das Rädchen” top in Schuss ist – so wie bei allen Fahrrädern, die danach folgten. Quietschen und falsche Sattelhöhen sind mir bis heute ein  Gräuel. Die knallroten Pfeifenreiniger sorgten für blitzblanke Naben, und natürlich waren die Reifen immer aufgepumpt, die Kette gefettet und der Rahmen geputzt.

BurkimitBike

Ein Familienmitglied ärgert sich, weil es das Fahrrad noch nicht beherrscht. Ich bewundere derweil die älteren Nachbarjungen auf ihren Bonanzarädern.

Erst mit beiden Stützrädern, dann mit einem und schließlich ganz ohne, fuhr ich unsere Straße unermüdlich und hupend auf und ab. Zuerst rannte noch ein Elternteil hinter mir her, weil ich einen ziemlichen Schlingerkurs hielt, doch in meiner Erinnerung habe ich super schnell und ohne Hinfallen gelernt… (Elterliche Verifizierung ausstehend).

Nettiradorange

Für das blaue Rädchen bin ich 1982 zu klein geworden, und ich bekam ein oranges. Diesmal sogar mit Licht!

Rollschuh fahren zu lernen war definitiv schmerzhafter! Wann und wie habt Ihr Fahrrad fahren gelernt? Und auf welchem Fahrrad?

 

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