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Geht in die Hose. Teil III.

Auch ich habe kurze Träger-Hosen bestellt. Will endlich gebräunte Knie. Und weil es so erkenntnisreich ist, mal drei tolle, teure Hosen vor dem eigenen Spiegel anprobieren zu können, bekommt ihr alle Infos. Deshalb hier Teil 3 unserer supersubjektiven Anprobierreihe, für die wir nix geschenkt bekommen.

Mein Hosen-Vergleich “Rapha gegen Assos gegen Café du cycliste”, Hosen im 200 €-Segment, fängt spannend an. Versandartikel von Rapha sind haptisch erregend verpackt. Doch gerade habe ich das feine Stöffchen der kurzen Souplesse Bib Shorts von Rapha wieder ins Beutelchen gefaltet. Leider sende ich sie doch wieder zurück.

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{ Hosenfotos sind irgendwie kompliziert. }

Produkt
SOUPLESSE BIB SHORTS von Rapha, Größe M
Model
Flaminga Mareike. Größe M. 1,63 Meter groß, zirka 65 Kilogramm.*

Test
Anforderung: Eine gute Trägerhose, die schnittig sitzt, schön kurz ist, keine Beulen wirft und ein Polster hat, welches vorne keine spaltigen Falten wirft und 130 km schmerzfrei kann. (Jaaa, Beinschmerzen haben nix mit der Hose zu tun!)

Die Hose von Rapha sieht gut aus in meiner Hand und ich liebe das schwarze Polster. Ich bin ein bisschen pingelig, meine Radhosen im Gemeinschaftswäschekeller rumhängen zu lassen, mit rotem Pavianpolster. Also dunkles Polster ist ein Traum! Zudem endet das Polster recht weit unter dem Körper, was ich wirklich schön gelöst finde. Ob es einen Unterschied auf dem Rad macht habe ich selbstverständlich nicht ausprobiert.

Hose passt, sehr schnittig, fühlt sich gut an. Popo sieht passabel aus, ist eisdielentauglich. Liebevolle Details. Eine kleine Applikation mit roten Punkten. Süß! Die Träger erscheinen kurz, aber muss ja so. Ich finde die Logos oft zu groß, warum eines auf dem rechten und eines auf dem linken Bein sein muss … Seufz.

Was mich wundert, ist, wohin ich mit den Trägern soll. Habe ich doch eine Männerhose bestellt? Sie gehen nicht über die Brüste, es sei denn ich will eine optische Vierteilung, nicht zwischen ihnen durch, mhhh, doch seitlich wegschieben? Also die Träger jetzt? Irgendwie seltsam. Auschlußkriterium.

Hosen-Zeugnis
Preis/Leistung: bestimmt sehr gut
Passform: sehr sehr gut (unten), ungeeignet für ein bisschen mehr Busen (oben)
Coolness: JA! Ein bisschen zu oft steht Rapha drauf, Geschmackssache
Umwelt & Gewissen: hergestellt in Portugal, lt. Web keine Infos zu Umweltschutz
Werbung: Zeigt Frauen, so wie wir sie sehen wollen
Bestellabwicklung: 90 Tage Rückgaberecht

Links
ww.rapha.cc

*Welcher Vogel hat sich eigentlich ausgedacht, hier unsere Daten zu veröffentlichen. Naja, gut vorgelegt Frau F., da muss ich dann doch mitziehen.

Habemus Höhenmeter

Ich habe die Eifel gemeinhin unterschätzt. Bis vor vier Tagen habe ich sie mir als ein düsteres, unwirtliches, bergiges Etwas voller dunkler Tannen vorgestellt, in dem eine Handvoll verschrobener Menschen in biederen Häusern wohnt. Wer hinfährt, hat Glück, wenn er überhaupt zurückfindet. Eine Folge der Serie “Pastewka” unterstreicht meinen Eindruck noch. Es ist wie das Bergische Land (düster, Schiefer, Regen) und das Sauerland (weiß man da eigentlich Genaueres?) gleichzeitig.

Ich möchte mich in aller Form entschuldigen. Die Eifel ist total schön! Das erstaunt mich selbst am meisten. Aber C. und ich haben das verlängerte Wochenende mit unseren Rennrädern in Prüm verbracht und sind total angetan. Et voilà, mein Eifel-Rennrad-Erlebnis-Brückentag-Wochenende:

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Diese Straße war sehr flach. Voll angenehm. Hat aber nur 300 Meter gedauert.

Also zuerst hatte ich ein bisschen Angst. Ich glaube, C. auch. Allein um aus Prüm heraus auf unsere Route zu kommen, geht es krass bergauf. Wenn ich hier wohnen würde, hätte ich auf jeden Fall ein E-Bike! Wie machen die das? Endlich biegen wir auf eine ruhige Nebenstraße ab. Es wird noch steiler. Ohne Ansage. Stelle fest, dass nur zweistellige Steigungen als Schilder angezeigt werden.

Oben reicht der Blick weit, ganz weit, über sanft gewellte, grüne Berge bis nach Belgien. Oder Luxembourg. Ein Greifvögel stürzt sich neben uns auf die Wiese und schwirrt knapp über C.s Kopf  Richtung Wald davon. Außerdem ist es hier still. Unglaublich still. Ich kann nur mein Keuchen und Nessis braves Schnurren hören.

Und das Schönste: Jetzt geht’s wieder runter! Aber wie! Oh. Yeah. Ich konzentriere mich auf den Asphalt vor mir, die Straßenführung und versuche, dosiert zu bremsen. Trotzdem stehen zwischendurch 51 km/h auf dem Tacho, und meine Hände sind ziemlich verkrampft.

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Grüne Wiesen und Windräder. Fast wie zuhause.

Und dann wieder hoch. Und runter. Und hoch undrunterundhochundrunter. Aber mir gefällt es, dass es nach den steilen Passagen relativ schnell auch wieder bergab geht. Die Psyche spielt ja beim Bergauffahren eine große Rolle. Und bei mir hat sie in der Eifel mitgespielt. Ich wollte kein einziges Mal, so wie früher zum Beispiel einmal in Bayern, mein Fahrrad in den Graben schmeißen und “Ich will nie nie wieder mit dir in Urlaub fahren, sondern nur noch Cluburlaub auf Fuerte machen!” schreien.

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Oben auf den Kuppen (oder Gipfeln?) herrschte eine prima Aussicht auf andere Kuppen und Gipfel.

Aber das Hochfahren ist trotzdem nicht weniger anstrengend geworden. Ich kurbele mich halbwegs munter ein mäßig steile Rampe hoch, als ich sehe, dass die Passage noch längst, noch lange nicht, geschafft ist, sondern hochgebirgsartige Serpentinen ansetzt und seeeeehr steil wird. C. ist meinen Blicken längst entschwunden. Eigentlich könnte ich rasch anhalten, ein winziges Päuschen machen und diesen Mount Everest gestärkt in Angriff nehmen. Könnte. Ich schaffe es nicht, mich auszuklicken, weil es so steil ist. Ich habe Angst, dann umzufallen. Überhaupt glaube ich, dass es hier senkrecht hochgeht. Plötzlich piept mein Garmin. So wie immer, wenn ich an einer Ampel stehen bleibe.

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Fix vorwärts, da hat mein Garmin nix zu piepen.

Nur dass ich gerade gar nicht stehe, sondern verzweifelt versuche, diesen Felsklotz hochzutrampeln. Oben wartet C., spart nicht mit Lob und sagt: “Dreh dich mal um!” An der Straße, die ich gerade hochgeächzt bin, steht ein Schild mit der Aufschrift “14%” (Es ist nicht das unten gezeigte Schild, übrigens. An dem ging’s bergab.) Ha! Ich! So steil! An dieser Stelle möchte ich Nico zitieren: “Call me Hillboooooooooooooy! Ich bin alle, aber die Freude ist groß.”

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Solche Schilder sehe ich am Niederrhein eher selten. Naja, gar nicht.

Nach zwei Tagen Höhenmeter einheimsen sausen wir am letzten Tag über eine ehemalige Bahntrasse von Prüm bis nach St. Vith in Belgien – Teil des Eifel-Ardennen-Radwegs übrigens. Er ist glatt, gerade und führt durch wunderwunderschöne Landschaft. Besonders abenteuerlich finde ich die Tunnel, die wir durchfahren müssen. In ihnen hausen sogar Fledermäuse. Obwohl die Strecke niederrheinisch flach ist, haben wir hinterher mehrere hundert Höhenmeter gesammelt. Und schnell sind wir bin ich auch nicht. Meine Beine haben Bergschwere.

Nichts als Wälder, wildromantische Bäche und diesen perfekt asphaltierten Weg. Und C., der davonsaust, als hätte er einen Motor unterm Sattel (Hatte er nicht).

Nichts als Wälder, wildromantische Bäche und dieser perfekt asphaltierte Weg. Und C., der davonsaust, als hätte er einen Motor unterm Sattel (Hatte er nicht).

C. muss mich abends aus dem Gasthaus fast in unser Zimmer tragen. Völlig geplättet verschlafe ich das Champions-League-Finale, bin aber ansonsten sehr zufrieden. Mein Verhältnis zu den Bergen hat sich jedenfalls nachhaltig verbessert. Und das zur Eifel auch.

Beim nächsten Mal darf's gern ein bisschen höher hinaus gehen.

Beim nächsten Mal darf’s gern ein bisschen höher hinaus gehen.


Total nützliche Infos für Interessierte und Nachmacher
Sehr schön und praktisch gewohnt haben wir im “Boarding House” des Hotels Goldener Stern mitten in Prüm. Inklusive Frühstück (naja) und Sauna (nicht ausprobiert) und Fahrradkeller (sehr nützlich) und exklusive Parkplatz.

Eine fantastische Spargelcremesuppe mit Limettensahne und eiskaltes Bitburger im Steinkrug gab es im supergemütlichen Bitburger Bierhaus gleich nebenan. Perfekte Wahl für Vegetarier (ich sag nur “Spinatgefüllte Maultaschen mit Wurzelgemüse”)

Auf der Suche nach dem besten Pfefferschnitzel? Dann ab in den Kölner Hof.

Bestellt in Belgien keinen Cappuccino!

Die Strecken, die wir gefahren sind, hat C. aus RTF-Strecken und von GPSies ausgewählt. (Links folgen)

PS. Nicht zu vergessen, die Tiersichtungen:
4 übermäßig große Greifvögel (Ich tippe fast auf Adler)
6 eifrige Waldmäuse
3 Eichelhäher
1 Reh
1 mannsgroßes Küken. Und weil ich weiß, dass mir niemand glauben wird, habe ich es selbstverständlich fotografiert:

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“Ik doe de catering voor de andere fietsers”, so das Riesenküken.

 

Geht in die Hose. Teil II.

Die Ausgangslage: Ich bin der totale Maloja-Fan. Hallo, Maloja, braucht Ihr Testpersonen, so ganz normale? Nehmt mich, ich bin eh schon Euer niederrheinisches Aushängeschild. Eure Sachen habe fantastische Farben, wenn sie Blümchen haben, dann keine kitschigen. Ich liebe meine sonnenblumengelben Shorts und das knallgrüne Oberteil mit dem pinken Vogel. Und die Freizeitshorts natürlich auch. Und das rote Trikot mit den Bergen drauf oder die hellblaue Thermojacke mit dem roten Herzchen und… stopp. You get the picture. Klar, dass für meinen Test auch Maloja-Hosen im Rennen sind.

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Seitenansicht (wie immer schwer zu fotografieren). Vorne ist der Bund ja ganz nett…

Produkt
Maloja BabsM. 1/2, Snow, Größe M (84,95 Euro)

Model
Flaminga Annette.

Test
Ich entdeckte also diese weiße (ja, weiße) Hose von Maloja. Als Zweithose im Sommer ideal. Außerdem würde sie extreeeeeemst gut zu meinen Maloja-Trikots passen, zum Beispiel zum dunkelblauen mit den weißen Sternchen am Ärmel (Dunkelblau mit schwarz, der üblichen Hosenfarbe, ist ja nicht so der Bringer). Wäre also perfekt.

Ein bisschen kompliziert bei Maloja ist die Größenwahl. Mal passt mir S, dann wieder nur L oder M. Voll uneinheitlich. Nun gut.

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Innen steht was drin. Das ist cool.

Meine größte Sorge war jedoch nicht die Größe, sondern dass die Hose aufgrund ihrer Farbe durchscheinend wirken könnte. Wirkte sie aber nicht (Ob Schweiß diesen Eindruck ändert, weiß ich allerdings nicht…). Das beruhigte mich schon mal. Leider leider leider war die BabsM vielleicht ein bisschen zu eng und schnitt unschön in meine Beine ein. Das Polster wirkte prima, aber der Rest wollte nicht so recht sitzen. Vor allem der Bund hinten war sehr enttäuschend. Eine Art Gummiband, ziemlich tief angesetzt. Das Rausrutschen des Shirts ist vorprogrammiert. Sitzt überhaupt nicht! Außerdem sieht das Gummi bereits gelblich aus. Gar nicht schön – plus unangenehmes Tragegefühl. Schade schade, denn zu meinem Sternchen-Trikot sah die Hose prima aus.

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Gelbliches, schmales, tief angesetztes Gummiband. Absolutes No-Go.

Hosen-Zeugnis
Preis/Leistung: befriedigend
Passform: mangelhaft
Coolness: gut
Umwelt & Gewissen: Keine Ahnung. Hergestellt in Italien.
Werbung: gut (Jungs und Mädchen gleich cool. Alle haben sind ständig draußen sportlich unterwegs und haben dabei unglaublich Spaß)
Bestellabwicklung: sehr gut (Bobshop)

Links
Bobshop
Maloja

Schorle und Segmente

Die Radflamingos freuen sich: Spontaner Ride am Samstagmorgen ab Kempen. Und noch spontaner hat Maren von Ichhasselaufen Bruno ins Auto gepackt und sich uns angeschlossen.

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C. war so freundlich, unseren gemeinsamen Start zu dokumentieren. Wie Ihr seht, geht der Trend zu schicken Mützen (sic), coolen Brillen und weißen Windwesten.

Die Sonne schien, die Vögel flöteten, wir sahen fantastisch aus. Läuft. Da es sich um Nessis und meinen “Home Turf” handelte, zeigten wir natürlich auch wo’s langging und erklärten, was es so zu sehen gab (Niederrheiner erklären ja gerne).

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Maren war beneidenswert braun gebrannt und trug die letzte vorhandene Schicke Mütze.

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Pro Tipp: Lagebesprechungen machen. Wirkt souverän.

Ich erklärte, dass das da links die Abtei Mariendonk sei, sich im Gebäude rechts eine Champignonzucht befinde und dass da vorne die Niers fließe, auf der man wunderbar paddeln könne.

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Das Geheimnis um Marens coole, während-der-Fahrt-Fotos ist gelüftet. Sie benutzt eine Go Pro-Kamera!

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Marens Trikot ist übrigens vom Hamburger Cyclassics 2016! Gibt’s quasi noch gar nicht!

Außerdem lief die ganze Tour  unter dem Projekt “Höhenmeter sammeln”.  Das fand Maren bestimmt sehr lustig, denn sie war gerade im Höhentrainingslager auf Mallorca und hat schätzungsweise 10.000 Höhenmeter in den Beinen. Nach ein paar Kilometern fragte Maren vorsichtig, wann denn der Berg (man beachte den Singular!) komme. Hinter dem Kloster ging es dann auch irgendwann ein bisschen bergauf. Selbstverständlich versäumte ich es nicht, Maren darauf hinzuweisen. “Aber das ist nur ein bisschen. Natürlich wird es NOCH steiler”, erläuterte ich.

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Ich, wie ich anmutig und flott und stilistisch vorbildlich einen Waldweg entlangfahre.

Kurz vor der Hinsbecker Jugendherberge nämlich. Und anstrengender wird’s auch. “Ist natürlich kein Berg”, beeilte ich mich Maren gegenüber zu versichern, während Mareike und ich überlegten, ob wir tatsächlich gerade rückwärts rollten. Zur Ablenkung wies ich auf den Gasthof zur Rechten, der mit einem faszinierendem Feature aufwartet: Pferde-Parkplätzen! “Hier sind Pferd und Reiter als Gäste willkommen”, dozierte ich. Die Tiere haben eigene überdachte Stellplätze und Balken, an denen man die Zügel festknoten kann.

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Ich bin vorgeprescht, um Nessi in Szene zu setzen.

Nachdem wir “krass bergab” gefahren sind, ist es endlich soweit: ein BERG! 6 (in Worten sechs) Prozent Steigung! Als ich dieses phänomenale, hors-catégorie-Ereignis gebührend anpreise, ist Maren quasi schon oben. Nun gut. Weiter durch unglaublich niederrheinische Landschaft, über Bahntrassen, und schließlich sind wir am Naturschutzhof. Einkehrzeit. Ein Schild verkündet “Johannisbeersaftschorle”, die wir testen und fantastisch schmeckt.

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Sonne, Cappuccino, Schorle…kein Wunder, dass sich die Radflamingos so verliebt anschauen.

Mareike möchte noch zum Hülser Berg. “Der liegt aber ganz woanders. Wirklich komplett andere Richtung”, wende ich ein. Völlig wurscht, wir brauchen doch Bergtraining. Aus Termin-Anschluss-Gründen entscheiden wir uns jedoch gegen den Hülser Berg. Lieber irgendwann nochmal gemeinsam Richtung Essen/Ruhr/Mühlheim/dieEcke fahren. Gebongt.

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Die grüne Linie zeigt einen schönen Radwanderweg an, den Nordkanaal. Einfach folgen.

Wir beenden unsere Tour mit einem Strava-Segment (“Parallel zur Lagune flitzen”), das ich erstellt habe. Eine schnurgerade Strecke, glatt, zweieinhalb Kilometer lang, höchstens Freizeitverkehr. Maren und Bruno verschwinden am Horizont, Mareike und Lexi ziehen routiniert vorbei, und ich sage Mantras aus einem Sportbuch auf: “Stetig…dranbleiben…Atmen…”. Dann überhole ich Mareike, die sich ausrollen lässt, weil sie dachte, das Segment würde hier enden. “Bis zur großen Kreuzung!”, schreie ich und sause davon. Ha! Irgendwann gucke ich links, und plötzlich ist sie wieder da.

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Die Radflamingos liefern sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Ich visualisiere Marcel Kittel in der Zielgeraden und keuche mich bis zur Kreuzung. Dort wartet Maren bereits vergnügt auf uns, und weil auch ich einen gewissen Stolz habe, breche ich nicht ächzend zusammen, sondern greife scheinbar ruhig atmend nach meinem Riegel. Mareike verspeist ihr Butterbrot.

Schön war’s finden wir. Wiederholung ist angesagt!

P.S. Tiersichtungen:
5 extrem große Greifvögel
Kleiner Streit, ob Amseln und “normale Kühe” zählen (Nein, tun sie nicht. Dafür aber plattgefahrene Wildtiere)
1 tieffliegender Fischreiher
1 Dinosaurier (laut Maren).

 

Geht in die Hose. Teil I.

„Feuchtigkeitsmanagement für mittellange Strecken“ ist mein neuer Lieblingsausdruck. Wie Ihr sicher sofort bemerkt habt, geht es dabei um Fahrradhosen für Frauen. Mareike und ich haben nämlich welche bestellt und getestet. Wir wurden nicht bezahlt, gesponsert, haben nichts erhalten – es hat sich einfach so ergeben. Wir brauchen neue Fahrradhosen. Da liegt es natürlich nahe, unsere Anprobier-Erfahrungen mit Euch zu teilen. Unsere supersubjektiven Testergebnisse könnt Ihr in loser Reihenfolge hier lesen.

Die leicht unscharfe Vorderansicht.

Die leicht unscharfe Vorderansicht.

In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen, dass es unfassbar schwer ist, Radlerhosen vernünftig zu fotografieren. Zumindest für mich. Am besten, Ihr schaut sie Euch auf den Links nochmal genauer an.

Zurück zum „Feuchtigkeitsmanagement“. Mein heutiges Testobjekt besitzt nicht nur selbiges, sondern das Sitzpolster (aus „perforiertem und offenzelligen Schaum mit hoher Dichte“) „vermindert durch einen zentralen Kanal die Taubheitsgefühle und fördert die Durchblutung“. Unfassbar! Dös nenn i fei bayerische Ingenieurskunst. Doch es geht weiter: „Die Becken-Zone unterstützt die Beckenrotation“. Cool, die Hose macht mich also schneller; ich kann meine Trittfrequenz erhöhen? Fällt das eigentlich unter Doping? Ist ja auch egal. Denn ich will doch bitteschön nur eins: dass das Ding gut sitzt!

Doch zur Sache:

Produkt
GORE BIKE WEAR BIKE WEAR POWER 3.0 Damen Trägerhose (Größe 38)
Model
Flaminga Annette. Kleidergröße 36 bis 40. 1,70 Meter groß, zirka 60 Kilogramm leicht.*

Test
Ich wollte unbedingt was mit Trägern, weil’s dann am Rücken nicht zieht. Außerdem sitzt dann alles besser. Die Bike Wear Power 3.0 (warum haben die eigentlich so blöde Namen?) fand ich sofort gut, weil sie schlicht schwarz ist und so hübsche gestreifte Abschlüsse am Bein und an den Trägern hat. Und bei Gore, das weiß man schließlich, kriegt man Qualität. Zudem sind 119 Euro (Rose) echt akzeptabel, die Hose wird schließlich ein paar Jahre halten.

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Schwarz mit ein bisschen bunt gestreift. Genau mein Ding.

Mein Eindruck: Sieht prima aus. Untenrum sitzt alles super. Nichts drückt oder schneidet den Schenkel ein. Polster vielversprechend. Damit komme ich weit. Aber obenrum! Nein! Geht gar nicht. Die löbliche Idee, einen Quer-Reißverschluss anzubringen („Patentiertes zwei Reißverschlusssystem zum leichten Öffnen für die Bio-Pause“) wird bei mir zum ausschlaggebenden Kriterium für’s Zurücksenden. Ich muss ehrlicherweise dazu sagen, dass es mich auch nicht stört, in „Bio-Pausen“ rasch das Trikot über den Kopf zu schieben. Ich will Trägerhosen, wie erwähnt, damit’s am Rücken nicht zieht.

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Das inakzeptable Zugluft-Kälte-hineinfließ-Loch am Rücken.

Durch das Reißverschlusssystem bedingt entsteht jedoch am Rücken ein Loch. Nö. Genau das wollte ich ja nicht. Und wenn ich die Träger vorne zusammenhake (das geht nur sehr fummelig), bildet sich ein weiteres „Loch“, durch das mein Bauch extremst unschön hervorquillt. Jawohl. Er quillt und schwabbelt, und ich fühle mich unsportlich und fett. Will ich nicht. Die Träger sind dünn und rollen sich ein bisschen ein. Schade, denn unten hat’s so gut angefangen. Für alle, denen Zugluft egal ist: Es gibt diese Hose auch noch ohne Träger.

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Ist der Haken (endlich) zu, entsteht ein weiteres Loch. Macht _jeden_ Bauch unattraktiv. Ich hätte da lieber Windstopper-Zeug.

Hosen-Zeugnis
Preis/Leistung: sehr gut
Passform: sehr gut (unten), ausreichend (oben)
Coolness: gut (unten), mangelhaft (oben)
Umwelt & Gewissen: laut Webseite hervorragend , hergestellt allerdings in China
Werbung: —
Bestellabwicklung: sehr gut (Roseversand)

Links
Roseversand
Gore

*Findet Ihr das auch immer so ätzend, wenn in Onlineklamottenshops steht „Model Kimberley ist 179 Zentimeter groß und trägt Größe 34“? Das ist ein weiterer Vorteil unserer Testreihe: Wir haben voll die Normalo-Figuren.

Lieber Doktor Fuentes,

ich bin echt speedy und halte beim Ortseingangsschildsprint sogar mit den großen Jungs mit. Echt! Aber sobald es bergauf geht, kacke ich voll ab. Voll peinlich. C. sagt, man müsse unbedingt sein eigenes Tempo fahren. Mache ich ja. Das liegt nur leider bei −5 km/h oder so. Dabei wollen wir doch im Sommer die Alpen überqueren! Was soll ich nur tun? Hilfääääää!

Herzlichst, A.

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Das Stilfser Joch kommt dann nächstes Jahr. Oder so. (Foto: Erich Westendarp / pixelio.de)

Der erste Eindruck zählt

Ich habe mich der hiesigen Hobby-Radsportgruppe angeschlossen, den Kempener Ciclisti. C. ist auch dabei. Sie sind kein Verein, sondern verabreden sich einfach per Whats App zum Rennrad- oder Mountainbike fahren.

Donnerstag habe ich mich zum ersten Mal mitverabredet und war ein bisschen aufgeregt. Von C. wusste ich, dass es sich zum größten Teil um ältere, super trainierte Männer handelt. „Die sind aber entspannt und gehen danach immer zusammen Bier trinken“, betonte C.

Am (wie ich dachte) vereinbarten Treffpunkt war niemand zu sehen. Da wir einen zweiten Ciclisti in Oedt abholen wollten, entschloss ich mich, dorthin zu radeln. Leider wusste ich nur sehr grob, wo Oedt liegt. Als ich die Häuseransammlung mit diesem Namen per Zufall (und nach längeren Sprints durch andere Häuseransammlungen mit Ortsnamen) getroffen habe, warteten die zwei Ciclisti dort bereits auf mich. Hallo und Willkommen, alles gut, los geht’s! H. und G. stellten sich als unkomplizierte, nette Radler mit beeindruckenden Rädern, Waden und Kondition heraus.

Hinter einem steilen Berg, irgendwo bei Viersen wurde es peinlich. Für mich. “Ähm, entschuldigung, könnten wir mal kurz anhalten, bitte? Ich habe einen Krampf”, piepste ich. Ich habe sonst nie Krämpfe. Echt. Wahrscheinlich psychosomatisch. Zuerst im linken Fuß, dann im rechten Fuß, dann gleichzeitig und dann noch in der Wade. Ich hopste balletttänzerinnenmäßig herum, dehnte, trank, aß, zog die Schuhe aus. Schnitt eh schon kaputt. Endlich. Vorbei!

Ich schwang mich hochmotiviert auf Nessi und konnte es nicht fassen. Reifen platt! “Ähm, Entschuldigung, könnten wir wieder anhalten, bitte? Ich habe einen Platten.” Und keinen Ersatzschlauch und keinen Reifenheber.

Foto
Dafür waren G. und H. voll ausgestattet, hilfsbereit und in dieser Hinsicht sehr erfahren. In knapp fünf Minuten war Nessi wieder fahrtüchtig. Danke!

Danach kurbelten wir noch ein paar Dutzend Kilometer durch die Landschaft (erneut durch Häuseransammlungen mit Ortsnamen, die ich noch nie zuvor gehört habe), bis wir in der Dämmerung wieder in Kempen waren. Eine schöne Premiere.

PS.
Tiersichtungen: keine (zu konzentriert)
Dafür: Gleich am nächsten Tag Ersatzschlauch und Reifenheber in Nessis knallroter Satteltasche verstaut. Ähem.

 

 

Flamingos im Peloton

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Das Unterwegs-Foto hat D. gemacht.

Die Radflamingos haben die Saison eingeläutet – mit ihrem ersten RTF! Das war sehr spannend, und wir fühlten uns sehr professionell. Zum Beispiel wegen der Startnummer, die wir uns an den Rücken heften mussten. Und überhaupt ist es cool, wenn so viele Radbegeisterte auf einmal zusammenkommen. Inmitten der bunten Trikots entdeckte ich sogar (beneidenswert in pink/weiß vom Gios Uerige Team gekleidet) meine Textinen-Freundin Doreen aus Düsseldorf, die die 70 Kilometer trotz Muskelfaserriss gut gelaunt wie immer abrollte.

Die vorhergesagten 17 Grad und Sonnenschein zierten sich zunächst. Doch pünktlich an der ersten Kontrolle wurde der Himmel blau und die Sonne warm. Tee, Kekse, Hörnchen, Bananen. Ich mag Kontroll-Stationen!

Und ich mag es, schnell und in der Gruppe zu fahren. Das habe ich jetzt festgestellt. Eventuell macht es auch ein bisschen süchtig. Jedenfalls haben wir die Gelegenheit genutzt, uns an diverse Rennradmeuten dranzuhängen. Und schwupps habe ich 33 km/h auf dem Tacho ohne mich auch nur ein kleines bisschen anzustrengen. Sehr sehr cool.

C. hat mir gute Tipps gegeben und mir geholfen, mich an eine schnell vorbeisausende Mannschaft zu hängen. Ich musste ganz schön kämpfen. Ich wollte fast “Wartet, wartet!” schreien, konnte mich aber gerade noch beherrschen. Dann Kurve voraus. C.: “Das ist deine Chance, du musst durchziehen!” Ich ziehe nicht gern durch, wenn irgendwo Kurven sind oder die Gefahr besteht, dass ich anderen ins Hinterrad fahren könnte. Diese äußerst vorsichtige Herangehensweise müsse ich lernen zu überwinden, sagt C. Also gebe ich Gas, während die 15 Rennradfahrer vor mir einen Hauch langsamer in die Kurve gehen.

“Zieh! Du schaffst es!”, ruft C. eine halbe Radlänge vor. mir. Ich ziehe. Ich werde es nie schaffen. Spinning-Kurse und Fitnesstraining im Winter völlig umsonst. Ich fahre bestimmt 48. Meine Zunge hängt gleich in den Speichen. Gut. Dann darf ich wenigstens auf dem Boden liegen bleiben. C. treibt mich nochmal an und… ich habe Kontakt! JA! Wie ein Magnet zieht die Gruppe mich mit. Trotz Gegenwind und 32er-Schnitt ist das Kurbeln plötzlich mühelos. SO geht also Rennradfahren. Geil.

PS. Tiersichtungen:
1 Storch
1 Fischreiher
1 Dachs (tot)

Schmutzige Fotos von schmutzigen Rädern

dreckig
Am letzten Samstag war ich das zweite Mal mit der Schicken Mütze zum Stutenbeiken unterwegs. Anlass war Braver Than The Elements. War richtig super! Danach sah die arme Lexi allerdings sooooo aus. Ich habe sie im Garten mit dem Gartenschlauch gesäubert. Sie hat noch ziemlich lange getrieft. Ich hoffe, ich habe ihr keinen Schaden zugefügt.

Also es macht schon Spaß, so im Schlamm zu wüten. Wahrscheinlich muss ich mal Cyclocross ausprobieren. Da gibt es ja grad so hübsche 90er-Style-Rahmen. Schon mal für den nächsten Winter sparen.

Still, langsam, winterlich.

bergauf

 

Wir haben ja im Sommer hier auf dem Blog einen echten Sprint hingelegt. So viel Freude hat uns die neu entdeckte Kombination “Fahren und drüber nachdenken!” gemacht. Jetzt gerade ist irgendwie Winter.  Es ist viel und schnell dunkel. Alle reden plötzlich von Grundlagen. Also kümmern wir uns hier auch darum: Rumfahren, Nachdenken, Artikel schreiben: Wir sind still, langsam, winterlich.