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Overnighter Teil 1: Ich packe das

Fahrrad bepacken, losradeln und über Nacht wegbleiben – das nennt man gemeinhin Overnighter und ist das, was Maren von Ichhasselaufen und ich für Pfingstsonntag geplant haben. Was muss ich dafür alles einpacken? Und wohin? In der Overnighter-Bibel von Gunnar Fehlau lese ich “Die Ausrüstung für den Mikroabenteuer-Einstieg wird hoffnungslos überschätzt.” Das erleichtert mich enorm. “Pack ein, was du hast! Schlendere durch Küche und Keller und suche zusammen, was du für wichtig und geeignet hältst.” Ich schlendere also ein bisschen durch verschiedene Räume und finde eine ansehnliche Anzahl alter, outdoortauglicher Gegenstände. 1 Zweipersonenzelt 1 Dreipersonenzelt 3 Schlafsäcke 2 Kocher 2 Isomatten 1 Hängematte 1 Wasserkanister (faltbar) 1 Spork 2 Hüttenschlafsäcke viele rote Ortlieb-Produkte Theoretisch alles sehr nützlich, doch praktisch passt selbst das kleinere Zelt nicht auf oder an mein Fahrrad. Bei den Isomatten habe ich die Wahl zwischen Zwei-Meter-lang oder Wassereimer-Format. Die Schlafsäcke bieten die Variante normal, groß und Bierfass. Needless to say dass das Bierfass für mich der einzig in Frage kommende Schlafsack ist. Ich kaufe vier Dinge: Satteltasche Oberrohrtasche Gepäckträger zum Dranschrauben eine Isomatte, …

Der Weg ist das Ziel (Teil 2)

C. und mich hat der Fahrradurlaub unsere Bikepackingtour vom Niederrhein nach Freiburg bereits ins Saarland geführt. An einem weiteren Rekordhitzetag nehmen wir Kurs auf die Nordvogesen. Etappe 6: Saarlouis – Meisenthal/Frankreich (75 km) Ich bin tief enttäuscht. Der Saar-Radweg führt ununterbrochen neben Bundesstraßen her. Oder Autobahnen. Oder Industrieanlagen. Oder Saarbrücken. Von dieser Stadt hatte ich mir aus unerfindlichen Gründen mehr versprochen. Weil sie doch an einem Fluss liegt. Wie Düsseldorf. Aber de facto sausen dort nur Autos durch. Wir radeln weiter. Auf der anderen, der französischen Seite ist plötzlich alles besser: Ohrenschmeichelnde Stille, grüne Wiesen, Kühe mit Baskenmützen, Menschen mit Baguettes, alle trinken Wein. Ich liebe Fronkraisch! Oui! Darum (und weil ich C. nur allzu gern mit meinen Französischkenntnissen beeindrucke) legen wir erstmal eine Café-Pause in Sarreguemines ein. Die Stärkung war angesichts kommender Strapazen bitter nötig. Wir haben uns nämlich tatsächlich landschaftlich verbessert. Sprich: der flache Flussradweg hat sich in eine menschenleere und schattenlose Hügellandschaft verwandelt. Die steilen Anstiege überwinde ich mit meiner Flamingo-Mentaltechnik™️: Unfassbar, wie mühelos die junge Radflaminga den Col du Galibier hinaufgleitet. Sie …

Der Weg ist das Ziel (Teil 1)

C. und ich haben einen Fahrradurlaub eine Bikepackingtour geplant, die uns vom Niederrhein bis nach Freiburg führen soll. An einem sonnigen Julisonntag radeln wir los. 1. Etappe: Kempen – Jülich (63 km) Die Wettermenschen haben nicht gelogen. Als C. und ich einen Tag später als geplant aufbrechen und durch Mönchengladbach rumpeln, müssen wir ständig umgewehten Ästen und zersplitterten Baumstämmen ausweichen. Wenigstens sind die taubeneigroßen Hagelkörner inzwischen geschmolzen. Auch sonst ist Mönchengladbach in jeder Hinsicht eine Zumutung – allem voran die Radwege. Unserem seelisch wie körperlichem Leiden setzt meine beste Freundin Tina mit einem fantastischen Empfang in Jülich rasch ein Ende. Sie verwöhnt uns mit eiskaltem Aperol Spritz und frischem Grillgut auf der sonnenbestrahlten Terrasse. Wir bewundern die neuen Familienmitglieder Sissy und Goldi (ein Meerschweinchenpärchen, das mit einem ähnlich großen Appetit gesegnet ist wie wir) und chillen uns durch den Abend. 2. Etappe: Jülich – Monschau (71 km) Unsere Routenführung funktioniert zuverlässig. Doch vor die Idylle des Vennbahnradwegs hat die Geografie noch einige Orte gelegt, die uns schneller trampeln lassen (ausdrückliche Ausnahme: Kornelimünster! Sehr niedlich). Abenteuerlich geht …

Prolog: Pack ma’s

C. und ich planen einen Fahrradurlaub. Ich beschließe, dass er uns nach Freiburg führen soll. Bayern fällt leider aus, weil C. schon einmal vom Niederrhein dorthin geradelt ist. Ich tippe bei Komoot „Kempen – Freiburg im Breisgau“ ein. „Themenrouten und schöne Strecken bevorzugen?“ Ich klicke „Ja“. C. und ich legen noch grob unsere Etappenziele fest und modifizieren die Strecke so, dass sie uns an der Saarschleife vorbeiführt. Die möchte ich gern mal sehen. Wir laden alles auf unsere devices. Zack. Done. Jetzt noch das equipment. Maren hat mir ihre komplette Bikepacking-Ausrüstung geliehen (Danke nochmal an dieser Stelle! Ihr cooles Solo-Abenteuer lest Ihr übrigens hier)! Ich schnalle und schnüre alle Gerätschaften probeweise an Quentins Rohren und Streben fest. Auf Instagram sieht das immer so stylish aus. Doch ich bin nicht überzeugt, am wenigsten von der Satteltasche. Sie hängt schlapp nach unten und schleift. Außerdem passen da doch keine Klamotten für zwei Wochen rein! Und das bei meinem minimalistischen Pack-Ethos. Gott sei Dank hat Maren mir auch einen Gepäckträger geliehen! C. hilft mir beim Dranschrauben und bringt …