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Die Pässe bitte!

Endlich Urlaub mit C. und Bonnie in den Bergen! Die Häuser in meiner Lieblingszweitenheimat bringen mich zum Weinen. Heller Stein, urgemütliche Holzbalkons mit – falls die Geranienpracht es zulässt – Blick auf den Wendelstein. Leider habe ich keine Zeit, mich Schöner-Wohnen-Träumereien hinzugeben, denn ich rase mit C. und C2 (dem sportverrückten Schwager) Richtung Nußdorf am Inn. Denn erst dort geht es bergauf. Und nur das zählt. Einrollen in Oberbayern (790 Meter) Hier ist es so wunderwunderschön und ich pedaliere so munter bergauf, dass ich trumpartige Allmachtsgefühle hege: Sehr sehr viele Leute fahren diesen Berg hoch. Diese Leute machen einen guten Job. Einen fantastischen Job. Viele Leute meinen, ich würde diesen Berg nicht schaffen. Sehr sehr unfair. Fake news. Ich kann Fahrrad fahren. Ich fahre jetzt hier hoch. Ich mache das exzellent. Das kann jeder sehen. Ich bin ein stabiles Genie! Stabil bleibe ich immerhin bis Törwang. Ich phantasiere von Sauerstoffzelten, Yetis und den Unterschenkeln von Peter Sagan. Was ich als Niederrheinerin eben so gemeinhin mit “Bergen” assoziiere. Unmittelbar bevor ich die C.s anflehe, mir bitte …

Hoch hinaus (Teil 2)

C. und ich waren im Urlaub. Bayern, Südtirol, Österreich. Mit den Rennrädern – und ohne zu wissen, wo wir abends schlafen würden. Abenteuer pur! Tag 5 Wir fahren nur bergab. Vorbei an dem See, in dem gerade ein Kirchturm untergeht. Ich atme reinstes Reizklima, und wir freuen uns über den fantastisch ausgebauten und ausgeschilderten Radweg Richtung Süden. Kurz vor dem ersten “richtigen” Südtiroler Dörfchen überfahre ich eine Amsel, die sich in selbstmörderischer Absicht in mein Vorderrad wirft. Ich bin traumatisiert, weine ein bisschen und beerdige den armen Vogel am Wegesrand. C. steht mir bei und sagt, dass ich nichts dafür könne und mich nicht schuldig fühlen solle. Wir rollen weiter bis Glurns, wo wir unseren ersten italienischen Cappuccino zu uns nehmen. Aus uns unverständlichen Gründen schmecken sämtliche Kaffeezubereitungen südlich der Alpen immer immer immer besser als zuhause. Obwohl das Dorf wirklich niedlich ist, und Mareike und D. uns hier ein tolles Hotel empfohlen haben, radeln wir weiter. Ist ja noch früh. Da wir so unglaublich trainiert und motiviert sind, würden wir gern bis Meran fahren. Mindestens. Doch …

Hoch hinaus (Teil 1)

C. und ich waren im Urlaub. Mit den Rennrädern. In bergiger Umgebung. Dafür hatten wir extra einen froschgrünen Fahrradrucksack für mich gekauft. C. führte eine riesengroße, sonnengelbe Reisetasche auf dem Fahrradanhänger mit sich. Rucksäcke eignen sich für ihn nicht, sagt er, weil sie ja schon voll seien, wenn er nur eine Hose einpackt. Oder einen Schuh der Größe 46. Tag 1 In Bad Feilnbach, wo C.s Schwester mit ihrer sportbegeisterten Familie wohnt, statteten wir uns mit einem beachtlichen Energieriegel-Vorrat aus (wichtig für die kommenden Bergetappen) und radelten – endlich – los! Noch vor dem Ende der Straße, in der C.s Schwester wohnt, überlegte ich, ob C. meinen Rucksack auf seinen Fahrradanhänger schnallen könnte. Und wo die Muskelwärme-Tetesept-Salbe ist. Was ich aus dem Rucksack entfernen und bei welchem Kilometerstand ich eine Pause einfordern könnte. Ich musste nicht lange warten. Wir rumpelten auf dem Schotterweg am nächsten Bergbauernhof vorbei und pfffffft…. Platten an C.s Hinterrad, das dank Anhänger besonders belastet ist. Genau 7 km geradelt. Unser Neffe Leon kommt im “Begleitfahrzeug” mit einer ordentlichen Luftpumpe und bemüht …