Unterwegs
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Kaffeefahrt mit Heizdecke

Während die Tour-de-France-Profis tausend Kilometer weiter südlich zu einer anstrengenden Bergetappe mit Dauerregen, Hagel und schwarzen Wolken aufbrechen, rüsten wir uns für die (wahrscheinlich) sommerlichste Ausfahrt des Jahres. 30° Grad. Die Sonne knallt.

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Stylish ausgerüstet treffen wir uns am Habeeff.

Mareike füllt unsere Trinkflaschen nach Rennradzeitschrift-Rezept mit Wasser, frisch gepresster Limette, Salz und Honig. Gegen mögliche Hungeräste beulen Bananen und „Freche Freunde Früchte Quetschbeutel“ unsere Trikottaschen aus. Damit wir auch wirklich genug Energie zuführen, hat Mareike (die die Strecke erstellt hat) einen Zwischenstopp in der Biobäckerei Schomakers in Rheurdt geplant. Sicherheitshalber ist die Krümelküche in Duisburg das Ziel unserer Tour.

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Naomi (links) punktet bei mir mit ihrem Maloja-Trikot.

Am Bahnhof treffen wir Maren, Naomi, Leonie und Julia. Wir stellen fest, dass Rennräder und dementsprechende Bekleidung äußerst praktisch sind, um sich in Menschenmassen gegenseitig (teils zum ersten Mal ) zu erkennen.

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Die coolen Während-der-Fahrt-Fotos stammen natürlich von Maren.

Wir rollen durch Duisburg, über den Rhein nach Homberg (erster Anstieg! Vom Deich die Brücke hoch!) und dann Richtung Baerl.  Die Nicht-Niederrheinerinnen in unserem Sechser-Peloton bewundern die Landschaft mit “Ahh”, “Ohh”, “Voll grün”, “Diese Felder” und ähnlichen Ausrufen des Wohlgefallens. Das erfüllt mich aus Gründen, die Hanns-Dieter Hüsch wahrscheinlich hätte erklären können, mit unglaublichem Stolz. Ich nicke, sage Dinge wie “Nicht wahr”, “Toll hier, besonders zum Radfahren” und fühle mich, als hätte ich den Niederrhein höchstselbst erschaffen.

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Wir (Mitte) feat. Niederrhein (links und rechts).

Dann bekomme ich schlechte Laune. Ein Berg. Maren (naja, alle) fährt diesen Berg extrem schnell hoch. So schnell, dass sie hinterher bei Strava ein Krönchen bekommt. He! Das ist doch meinKiezmeinBergallesMEINS! Es tröstet mich kaum, dass ich auf diesem Berg (Kloster Kamp übrigens) als Dritte gelistet werde. Die anderen haben Strava nicht angemacht.

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Gleich geht’s links herum. Da muss man aufpassen, weil dort oft Kinder auf Ponys unterwegs sind. Also Obacht!

Schon einmal hat Maren mir eine Krone entrissen! Und zwar auf einem Segment (“Parallel zur Lagune flitzen”) das ICH SELBST ERSTELLT HABE! Das war hier. Ich muss mich noch einmal näher mit Marcel Kittels Trainingsmethodik befassen. Oder ein Höhentrainingslager ansetzen.

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Mareike und ich sagen wo’s langgeht (Nämlich wieder zurück).

Nachdem wir vor dem Dachsberg (da ist kein Berg. Glaube ich. Das heißt nur so süß) kurz die Orientierung verlieren, versuche ich mich gegenüber dem Garmin als Ortskundige  aufzuspielen. Was einigermaßen gelingt. Große Freude, als wir endlich Rheurdt und damit das Ziel unserer ersten Kaffeepause erreichen. Wir empfehlen: Alles. Törtchen, Muffins, Nuss-Mohn-Schnitten, Schorlen, Eis. Schlemmt! Wir haben es auch getan.

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Einparken?! Läuft!

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Tatsächlich geschafft: Ein Selfie mit _allen_ drauf: Mareike, Julia, Naomi, Annette, Maren, Leonie. Yay!

Mit einigen Kilogramm mehr auf den Sätteln machen wir uns zum zweiten Teil unserer Tour auf. Insgeheim halte ich Ausschau nach C., der mit den Kempener Ciclisti in der Gegend unterwegs ist (am Abend hat er zehn Kilometer weniger als ich auf dem Tacho, was mich mit triumphaler Zufriedenheit erfüllt).

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Nessi sieht dank Fischauge aus wie ein Pucki-Rad. Und ich wie (lassen wir das).

Der krasse (aber sehr warme) Gegenwind weht irgendwie noch krasser, und ich halte mich geschickt (und unauffällig, wie ich finde) hinter Julia und Leonie, die ein tüchtiges Tempo vorgeben. Und es wird immer heißer. Ich schreie sofort “Hier” und “Ja”, als Mareike noch eine kleine Pause im Schatten vorschlägt, um Getränke und Riegel einzuwerfen.

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Mareike und ich schlürfen unsere Quetschbeutel aus.

Wenige Kilometer vor dem Duisburger Logport wird es richtig märchenhaft. Buchstäblich. Der Weg, der sich plötzlich vor uns irgendwo im Nirgendwo auftut, ist von beiden Seiten mit hüfthohen Dornenbüschen zugewachsen. Wir müssen hintereinander fahren und werden trotzdem gekratzt. Doch wir sind begeistert. Wie bei Dornröschen. Unsere Rennräder hätten sich eigentlich spontan rosa färben und auf unseren Helmen kleine Kronen bilden müssen (Obwohl, manche haben ja Kronen. Hmf.). In unserer Version retten die Prinzessinnen auf ihren Rädern den Prinzen, versteht sich.

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Ich versuche aufzuholen, um Windschatten zu lutschen.

Auch das Ende unserer Mädelstour ist wahrlich eines Märchens würdig: Wir sitzen auf dem Hof der Krümelküche in Hochfeld und genießen Avocado-Tacos, Riesentorten, Limonaden und Quiches.

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Eventuell schwenke ich um und werde Porträtfotografin. Allerdings habe ich wahrscheinlich nicht immer so tolle Models wie Mareike und Maren.

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Leonie und ich haben das hier gegessen. Köst-lich!

Und wenn sie mit ihren Klickpedalen nicht umgefallen sind, dann radeln sie auch nächste Woche.

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Gruppenbild mit Damen. Muss sein.

 

PS. Tiersichtungen:
– 2 niedliche Fohlen
– 1 Gänseschwarm in V-Formation
– Kühe zählen nicht! Große Pferde auch nicht!

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16 Comments

  1. Wieder ein schöner Bericht mit jeder Menge eye candy! Übrigens will es mir als zugezogenem Oberrheiner tatsächlich so scheinen, als wäre der Niederrhein ab Duisburg-Baerl _noch_ typischer niederrheinisch als sagenwirmal in der Kante Neuss-Meerbusch-Krefeld. In Orsoy (Stromkilometer 793!) hatte ich das Gefühl, da müssten die Leute eigentlich schon in Holzschuhen rumlaufen. 😉

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