Unterwegs
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Flamingos im Peloton

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Das Unterwegs-Foto hat D. gemacht.

Die Radflamingos haben die Saison eingeläutet – mit ihrem ersten RTF! Das war sehr spannend, und wir fühlten uns sehr professionell. Zum Beispiel wegen der Startnummer, die wir uns an den Rücken heften mussten. Und überhaupt ist es cool, wenn so viele Radbegeisterte auf einmal zusammenkommen. Inmitten der bunten Trikots entdeckte ich sogar (beneidenswert in pink/weiß vom Gios Uerige Team gekleidet) meine Textinen-Freundin Doreen aus Düsseldorf, die die 70 Kilometer trotz Muskelfaserriss gut gelaunt wie immer abrollte.

Die vorhergesagten 17 Grad und Sonnenschein zierten sich zunächst. Doch pünktlich an der ersten Kontrolle wurde der Himmel blau und die Sonne warm. Tee, Kekse, Hörnchen, Bananen. Ich mag Kontroll-Stationen!

Und ich mag es, schnell und in der Gruppe zu fahren. Das habe ich jetzt festgestellt. Eventuell macht es auch ein bisschen süchtig. Jedenfalls haben wir die Gelegenheit genutzt, uns an diverse Rennradmeuten dranzuhängen. Und schwupps habe ich 33 km/h auf dem Tacho ohne mich auch nur ein kleines bisschen anzustrengen. Sehr sehr cool.

C. hat mir gute Tipps gegeben und mir geholfen, mich an eine schnell vorbeisausende Mannschaft zu hängen. Ich musste ganz schön kämpfen. Ich wollte fast “Wartet, wartet!” schreien, konnte mich aber gerade noch beherrschen. Dann Kurve voraus. C.: “Das ist deine Chance, du musst durchziehen!” Ich ziehe nicht gern durch, wenn irgendwo Kurven sind oder die Gefahr besteht, dass ich anderen ins Hinterrad fahren könnte. Diese äußerst vorsichtige Herangehensweise müsse ich lernen zu überwinden, sagt C. Also gebe ich Gas, während die 15 Rennradfahrer vor mir einen Hauch langsamer in die Kurve gehen.

“Zieh! Du schaffst es!”, ruft C. eine halbe Radlänge vor. mir. Ich ziehe. Ich werde es nie schaffen. Spinning-Kurse und Fitnesstraining im Winter völlig umsonst. Ich fahre bestimmt 48. Meine Zunge hängt gleich in den Speichen. Gut. Dann darf ich wenigstens auf dem Boden liegen bleiben. C. treibt mich nochmal an und… ich habe Kontakt! JA! Wie ein Magnet zieht die Gruppe mich mit. Trotz Gegenwind und 32er-Schnitt ist das Kurbeln plötzlich mühelos. SO geht also Rennradfahren. Geil.

PS. Tiersichtungen:
1 Storch
1 Fischreiher
1 Dachs (tot)

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Ich bin Annette (42) und radel gern mit Ranger, Bonnie und Schnurri durch die Gegend. Ansonsten arbeite ich als Journalistin und Autorin und trinke gerne Kaffee. Am liebsten in netter Gesellschaft. Seit zwei Jahren habe ich ein ernstzunehmendes Radsportproblem.

7 Comments

  1. Doreen says

    Hach, ich freue mich, dass du jetzt auch mit dem RTF-Virus infiziert bist. 🙂 Fahren in der Gruppe ist so sauseschnell, das möchte ich echt nicht mehr missen.

  2. Was für ein fantastischer Bericht!
    Das mit dem schnellen Fahren in der Gruppe habe ich am Wochenende auch ausprobiert. Zwar nicht mit 15 Leuten, aber schön wars trotzdem!
    Bruno und ich möchten demnächst auch sehr gern mal mit dem Flamingo-Peloton radeln. 🙂

    Liebe Grüße!
    Maren

  3. Ah, RTF-Premiere, sehr schön! Wollte Euch schon fast von der Blogroll streichen, weil es hier so wenig zu lesen gab in letzter Zeit. 😉

    • Annette says

      Hallo Mark, mit der Sonne erwachen unsere Radel- und Schreibgeister. 🙂 Endlich, ähem. Bis bald!

      • Das ist löblich! Mich bremst ja immer noch ein kapitaler Nierenschaden, weswegen ich mir Gruppen-Ausritte und RTFs einstweilen verkneife – aber an mein erstes Mal denke ich auch gerne zurück. 😉

        Und die Frühjahrs-Eroica werde ich mir nicht nehmen lassen, auch wenn es diesmal nur für die kleine Strecke reichen dürfte. Aber ich vertraue auf den Effekt, dass so eine Veranstaltung Kräfte mobilisiert, die einem, beim normalen vorsichhinradeln so nicht zu Gebote stehen.

  4. Na, wenn selbst die Vögel Rennrad fahren hat die Saison wirklich begonnen! Schön, wieder etwas von Euch zu lesen! Außer natürlich über den toten Dachs. Viele erbauliche Ausfahrten wünsche ich Euch 🙂

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