Unterwegs
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Gruppenfahrt-Premiere

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Zuerst bin ich auch nur mit Dominik durch die Gegend gedüst. Er hat nämlich einen guten Orientierungsinn, also so’n Navi-Garmin, das auch Strava-Segmente kann. Es piepst – mein Signal für “Wir treffen uns an der nächsten Brücke” – und er rast los. Dann fahre ich ebenfalls ambitioniert, aber mit hohem Puls, hinterher. Für Frauen ist es echt nett mit diesen Segmenten, denn auf 135 Männer, die die Strecke fahren kommen nur 8 Frauen, die sich dann ihr Profil mit kleinen digitalen Pokälchen und Krönchen verzieren. Befriedigend, finde ich.

Doch bin ich ja noch eine echte Anfängerin auf dem Rennrad. Um die 350 km habe ich seit August darauf zurückgelegt. Bisher bin ich noch nie alleine gefahren. Das scheint mir auch eine größere Herausforderung zu sein, denn ich verfahre und verlaufe mich so oft. “Lalala, guck mal Schafe, oh, da hinten tolles Abrisshochhaus, lass mal da lang, da gibt es veganes Eis.” Und schwupps, bin ich verloren gegangen.

Dann letzte Woche, tatsächlich, da ich beim Radfahren immer so viel Denken und Quatschen muss und es immer auf Kaffeekuchen hinausläuft, verkündet er, eigene Pläne für Sonntag zu machen. “Mindestens 80 Kilometer, 30er-Schnitt”. Schockschitt! Mit wem soll ich dann sonst fahren?

Da kam der Termin zum “Stutenbeiken” des Fahrradladens Schicke Mütze aus Düsseldorf eigentlich zum richtigen Zeitpunkt. Zur Raketenstation auf der Insel Hombroich mit Besuch des Cafés Meisenkaiser. Nur Mädels, 65 km, gemütliches Tempo, flache Strecke. Oh, hat es mir Angst eingejagt, hier mitzufahren. Oh, hat es mich angefixt, dabei zu sein.

Ich hatte wirklich schlaflose Nächte. Jaja. Ich habe es gewälzt und versucht, meine Comfortzone zu dehnen. Radfahren, so alleine, mit fremden Menschen. Ob das geht?

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Ihr seht, es ging. Und es hat riesigen Spaß gemacht. Nette, lockere, bunt gemischte Mädels, interessante Gespräche, auch darüber, ob Künstler häufig Radfahren, ein köstliches Bananenbrot und eine Tasse Kaffee vor dem Start, ein wunderhübsches, minimalistisch-stilvolles Café Meisenkaiser mit Kulturpublikum als Pausenort und bestes Frühherbstwetter.

Ich habe die Gruppenfahrt-Handzeichen verstanden und angewendet, was mir besonders cool und spaßfördernd vorkommt.

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Ich brauche mehr davon. Leider war es für dieses Jahr das letzte Stutenbeiken. Aber ich will gerne nächstes Jahr wiederkommen.

(Die letzten beiden Fotos habe ich frech der Facebook-Seite der Mütze geklaut! Ich find mich schröcklich darauf, aber als Beweismittel taugt es!!!)

5 Comments

  1. Ah, sehr schöner Bericht. Als Mann interessiere ich mich zwar kein bisschen dafür, was die Damenwelt auf dem stillen Örtchen so plaudert, aber auf einen Bericht vom Stutenbeiken war ich ehrlich gesagt schon länger neugierig.

    Mein Debüt beim Gruppenfahren habe ich übrigens auch mit den schicken Mützen gegeben, aber da war der Startpunkt noch beim Schotten in der Grunerstraße.

    • Mareike says

      Danke Mark, auch für den Link! Dein Debüt ist toll beschrieben. Pöller oder Poller, darüber habe ich mir tatsächlich auch Gedanken gemacht. Schöne Grüße – Mareike 🙂

    • Mareike says

      Hihi, das ist wirklich eine lustige Sache mit diesen Dingern. Ich habe jedenfalls gelernt: Hauptsache laut und deutlich! schöne Grüße, Mareike!

  2. Kerstin? Die Fausto-Coppi-Pilotin, die meine kleine Bilderstrecke ziert? Gruß auch von hier – und viel Spaß auf der Eroica!

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