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“Ich kann alles am besten!”

Dieser Satz ist ein Insider zwischen C. und mir. Er bezieht sich auf mein ebenso grenzenloses wie unbegründetes Selbstbewusstsein, das ich an den Tag lege, wenn es darum geht, etwas zu können. Diese Worte zitiert C. stets, wenn ich wieder mit irgendeinem Unfug ankomme – Marathon laufen, ein Kriterium fahren, einen Triathlon machen. Einen Triathlon?! Na klar, kann ich! Sofort anmelden! Da spricht doch alles dafür: Ich fahre super Rennrad! Laufen kann ich auch! Ich liebe Schwimmen! Heimvorteil! Mehrere Freundinnen machen ebenfalls mit! Außerdem hat Maren gesagt, Triathlon sei toll! C. rollte noch mit den Augen, als ich längst meine Startnummer (13!) für den Eyller-See-Triathlon in Aldekerk im vergangen Juli in den Händen hielt. Ich wähne mich bestens gerüstet: Während der sonnigen Monate fahre ich mehrmals in der Woche Rennrad. Meist sogar schnell. Jeden Mittwoch rackere ich mich unter Ehrenflamingo Martins strenger Aufsicht auf der Tartanbahn ab. Ab und zu gehe ich ins Freibad und kraule vergnügt durch die Fluten. Außerdem schwimme ich, als Generalprobe sozusagen, mit einer triathlonerfahrenen Freundin von den Ciclisti eine Runde …

Kaffeefahrt mit Heizdecke

Während die Tour-de-France-Profis tausend Kilometer weiter südlich zu einer anstrengenden Bergetappe mit Dauerregen, Hagel und schwarzen Wolken aufbrechen, rüsten wir uns für die (wahrscheinlich) sommerlichste Ausfahrt des Jahres. 30° Grad. Die Sonne knallt. Mareike füllt unsere Trinkflaschen nach Rennradzeitschrift-Rezept mit Wasser, frisch gepresster Limette, Salz und Honig. Gegen mögliche Hungeräste beulen Bananen und „Freche Freunde Früchte Quetschbeutel“ unsere Trikottaschen aus. Damit wir auch wirklich genug Energie zuführen, hat Mareike (die die Strecke erstellt hat) einen Zwischenstopp in der Biobäckerei Schomakers in Rheurdt geplant. Sicherheitshalber ist die Krümelküche in Duisburg das Ziel unserer Tour. Am Bahnhof treffen wir Maren, Naomi, Leonie und Julia. Wir stellen fest, dass Rennräder und dementsprechende Bekleidung äußerst praktisch sind, um sich in Menschenmassen gegenseitig (teils zum ersten Mal ) zu erkennen. Wir rollen durch Duisburg, über den Rhein nach Homberg (erster Anstieg! Vom Deich die Brücke hoch!) und dann Richtung Baerl.  Die Nicht-Niederrheinerinnen in unserem Sechser-Peloton bewundern die Landschaft mit “Ahh”, “Ohh”, “Voll grün”, “Diese Felder” und ähnlichen Ausrufen des Wohlgefallens. Das erfüllt mich aus Gründen, die Hanns-Dieter Hüsch wahrscheinlich hätte …

Schorle und Segmente

Die Radflamingos freuen sich: Spontaner Ride am Samstagmorgen ab Kempen. Und noch spontaner hat Maren von Ichhasselaufen Bruno ins Auto gepackt und sich uns angeschlossen. Die Sonne schien, die Vögel flöteten, wir sahen fantastisch aus. Läuft. Da es sich um Nessis und meinen “Home Turf” handelte, zeigten wir natürlich auch wo’s langging und erklärten, was es so zu sehen gab (Niederrheiner erklären ja gerne). Ich erklärte, dass das da links die Abtei Mariendonk sei, sich im Gebäude rechts eine Champignonzucht befinde und dass da vorne die Niers fließe, auf der man wunderbar paddeln könne. Außerdem lief die ganze Tour  unter dem Projekt “Höhenmeter sammeln”.  Das fand Maren bestimmt sehr lustig, denn sie war gerade im Höhentrainingslager auf Mallorca und hat schätzungsweise 10.000 Höhenmeter in den Beinen. Nach ein paar Kilometern fragte Maren vorsichtig, wann denn der Berg (man beachte den Singular!) komme. Hinter dem Kloster ging es dann auch irgendwann ein bisschen bergauf. Selbstverständlich versäumte ich es nicht, Maren darauf hinzuweisen. “Aber das ist nur ein bisschen. Natürlich wird es NOCH steiler”, erläuterte ich. Kurz vor der Hinsbecker Jugendherberge nämlich. Und anstrengender wird’s auch. …

Anfängerübermut auf der Katzentour

Am Sonntag bin ich eine echte Katzensilhouette gefahren. Stilvoll, oder? Ich bin den Hinweg, also den Katzenschwanz hoch, gerast wie eine Wilde. Dachte, weil ich nach meinen ersten 430 km auf meinem tollen kleinen Flitzi noch nicht an meine Grenzen kam: “Wollen wir doch mal sehen, wann ich mich richtig verausgabe.” Nicht mal Muskelkater bisher – obwohl ich eeeecht untrainiert bin. Soweit zu meinem Übermut. Mit letzter Kraft rolle ich in meine Straße, entschuldige mich bei meinem Fahrrad und es kriegt ein Küsschen. D. ist süß und trägt mein Rad in den Keller. Montags habe ich Muskelkater in den Händen.