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Wahre Größe

Ich habe mich schon lange darauf gefreut, mit Nessi zum Bikefitting zu fahren. Ein halbes Jahr, um genau zu sein, denn Ralf, der Bikefitting Kerken betreibt, hat ziemlich gut zu tun. Ein bisschen habe ich auch Angst. Was, wenn er sagt “Nützt alles nichts, aber für die perfekte Einstellung ist dir dein Rennrad zu groß”? Das hatte damals ja schon der Fahrradhändler angedeutet, der Nessi kurz nach dem Kauf einen kürzeren Vorbau verpasste. Inzwischen trägt sie sogar einen noch kürzeren, der irgendwie suboptimal aussieht. Mareike sagt, dass D. sagt, dass das fürs bergab fahren auch gefährlich sei (Was Ralf später bestätigt. Für die Gabel sei es auch nicht gut). Ich rolle Nessi in Ralfs Fahrradzimmer, das mit einem riesigen Monitor und unzähligen, übersichtlich angeordneten Werkzeugen und Messgeräten ausgestattet ist. Außerdem gibt es Kaffee, Kekse und mehrere Jahrgänge Fahrradzeitschriften. Er schaut mich an, dann Nessi und hat noch kein einziges Maßband oder anderes device zur Hand genommen. Dann schüttelt er den Kopf. “Das ist zu groß”, sagt er. Schockschluck! Nessi! “Aber wir gucken uns das jetzt …

Gestatten, Nessi

Ha! Endlich! Ich bin Rennradbesitzerin! Und überaus stolz. Nessi kommt, genau wie Schnurri, ursprünglich aus Bayern. Aus dem Hause Corratec in Raubling. Ein Zufall, der mir sehr gefällt. Ebenso die Farbgebung. Weiß, rot, ein bisschen lila und blau-gelb am Oberrohr. Aber die Farbe spielt ja überhaupt gar keine Rolle. Klar, oder? Viel wichtiger sind AusstattungKomponentenFakten. Deshalb: Ultegra-Schaltung, Kompaktkurbel, Carbongabel, zwei Jahre alt, sehr fairer Preis. Nach der Probefahrt, so berichtete C. mir, hatte ich direkt ein dickes Grinsen im Gesicht. Denn ich merkte sofort, dieses Rad passt mir. Allein der Vorbau war ein bisschen zu lang. Den habe ich im Fahrradladen in der Nähe gegen einen etwas kürzeren und mehr nach oben gerichteten austauschen lassen. Der Fahrradhändler sagte, dass Nessi mir nicht passe: “Geht grad noch so, aber eigentlich zu groß.” Daraufhin machte ich mir furchtbare Sorgen. Umtauschen ging nicht mehr, weil gebraucht gekauft. Jeden Tag malte ich mir schlimme Dinge aus: Nacken- und Schulterschmerzen, einschlafendes Hinterteil, gelähmte Extremitäten. Oh je. Krankheits-, arbeits- und fahrradschuhtechnischbedingt konnte ich erst eine Woche nach dem Kauf eine erste richtige Runde drehen. C. musste diesen …