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Ab die Post

Ich bekomme gerne Post und schreibe gerne Briefe und Karten. Manchmal schicke ich Mareike einen bunten, liebevoll bestempelten und beklebten Brief (Dominik sagt dann: “Mädchenpost.” Wir vermuten, dass er neidisch ist). Vor zwei Jahren habe ich Postcrossing entdeckt, und seitdem kann ich meiner Postkarten-Schreib-und-Empfanglust hingebungsvoll frönen. Es macht großen Spaß, und es funktioniert ganz einfach. Man registriert sich (kostenlos), erstellt ein Profil und klickt auf “Send a postcard”. Dann erhaltet Ihr die Adresse eines anderen Postcrossing-Mitglieds irgendwo auf der Welt sowie eine Nummer, die Postcard-ID. Die müsst Ihr unbedingt mit auf die Karte schreiben. Ist die Postkarte angekommen, registriert der Nutzer in Moldawien, Australien oder Finnland Eure Karte mit der Postcard-ID im Internet. Damit seid Ihr automatisch als Empfänger freigegeben, wenn jemand irgendwo auf “Send a postcard” klickt. In Eurem Profil könnt Ihr auch angeben, welche Art von Postkarten Euch besonders gut gefallen. Viele Menschen machen sich wirklich die Mühe, eine passende Karte herauszusuchen. Ich habe zum Beispiel geschrieben, dass ich mich sehr über Karten mit Fahrrädern, königlichen Familien (so herrlich kitschig!) und Segelbooten freue. Auf meiner “postcard wall” kann …

Sinnlich und meditativ

Meine offizielle Version ist ja, dass ich mir ein Rennrad zugelegt habe, um den Kopf frei zu fahren. Um durch gleichförmige Bewegung meine Hirnhälften zu synchronisieren. Vielleicht auch, um mich abzuhärten. Für den rauen Alltag im Atelier. Julia Cameron beschreibt in ihrem 12-Wochen-Kurs-Buch “Der Weg des Künstlers”, einem Ratgeber-Klassiker für Kreative, wie Ausdauersport den musischen Prozess fördert: “Kreativität erfordert Aktivität. (…) das Ziel besteht darin, sich mit der Welt außerhalb zu verbinden, um die Selbsterforschung aufzugeben. (…) den Geist mehr als den Körper zu dehnen, wobei die Betonung nicht auf dem Fitnessaspekt liegt. Wenn Sie Ihre Pedale rhythmisch und wiederholt auf und nieder treten, füllen Sie den Brunnen Ihrer Kreativität wieder auf. Lösungen (für Designprobleme) kommen einfach zu Ihnen und die Dinge beginnen, sich an ihren Platz zu fügen.” Julia Cameron beschreibt in diesem Kapitel den sinnlichen und meditativen Aspekt des Radfahrens über die Attribute Alleinsein, das schwarze Asphaltband, Stille, Wind und den blauen Himmel. Und so ist es ja tatsächlich: Ein Perspektivwechsel, eine simple Bewegungsmeditation, ausgelöst durch eine sich wiederholende Handlung, die die Hirnaktivität …