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Flamingos im Peloton

Die Radflamingos haben die Saison eingeläutet – mit ihrem ersten RTF! Das war sehr spannend, und wir fühlten uns sehr professionell. Zum Beispiel wegen der Startnummer, die wir uns an den Rücken heften mussten. Und überhaupt ist es cool, wenn so viele Radbegeisterte auf einmal zusammenkommen. Inmitten der bunten Trikots entdeckte ich sogar (beneidenswert in pink/weiß vom Gios Uerige Team gekleidet) meine Textinen-Freundin Doreen aus Düsseldorf, die die 70 Kilometer trotz Muskelfaserriss gut gelaunt wie immer abrollte. Die vorhergesagten 17 Grad und Sonnenschein zierten sich zunächst. Doch pünktlich an der ersten Kontrolle wurde der Himmel blau und die Sonne warm. Tee, Kekse, Hörnchen, Bananen. Ich mag Kontroll-Stationen! Und ich mag es, schnell und in der Gruppe zu fahren. Das habe ich jetzt festgestellt. Eventuell macht es auch ein bisschen süchtig. Jedenfalls haben wir die Gelegenheit genutzt, uns an diverse Rennradmeuten dranzuhängen. Und schwupps habe ich 33 km/h auf dem Tacho ohne mich auch nur ein kleines bisschen anzustrengen. Sehr sehr cool. C. hat mir gute Tipps gegeben und mir geholfen, mich an eine schnell vorbeisausende …

Konfetti. Die erste 100er ist geschafft.

Ich habe mit 40 Kilometern gerechnet. Maria aber 80 aufs Gerät geladen. Aufgefallen ist es uns bei Kilometer 39. Ein bisschen verfahren und ne Extrarunde, schon ist die für’s nächste Frühjahr anvisiserten 100 Kilometer abgerissen. Hoppla. In dieser Woche hatte ich mich mit ein paar (noch unbekannten) Mädels aus der Gegend verabredet, um eine kleine Kennenlernrunde am Samstag zu fahren. Es kam manchen Wichtiges dazwischen, aber Maria und ich wollten eine ihrer drei liebsten Runden drehen. Ich schrieb ihr, wir könnten doch ihre Runde 1 nehmen, ich fand die flachen 40 Kilometer nach meiner Tour Le Chat irgendwie ganz aufbauend und quatschen wollte ich ja auch. Ich hatte sogar forsch behauptet, wir könnten am Neanderthalermuseum Kaffeekuchen machen. Naja, meine Geografiekenntnisse. Ähm. Ja. Maria fuhr flott voraus, wir verfranzten uns kurz am Rhein, harmlos. Als mir nach fast 40 Kilometern auffiel, dass wir irgendwo in Grevenbroich sind, statt zurück in Bilk, fiel uns auf, dass wir über komplett unterschiedliche Touren gesprochen hatten. Irritation. Ich: “So weit bin ich noch nie gefahren. Das geht nicht. Das geben meine Beine nicht her!” Sie: “Doch das schaffst Du. Wir essen auch …

Anfängerübermut auf der Katzentour

Am Sonntag bin ich eine echte Katzensilhouette gefahren. Stilvoll, oder? Ich bin den Hinweg, also den Katzenschwanz hoch, gerast wie eine Wilde. Dachte, weil ich nach meinen ersten 430 km auf meinem tollen kleinen Flitzi noch nicht an meine Grenzen kam: “Wollen wir doch mal sehen, wann ich mich richtig verausgabe.” Nicht mal Muskelkater bisher – obwohl ich eeeecht untrainiert bin. Soweit zu meinem Übermut. Mit letzter Kraft rolle ich in meine Straße, entschuldige mich bei meinem Fahrrad und es kriegt ein Küsschen. D. ist süß und trägt mein Rad in den Keller. Montags habe ich Muskelkater in den Händen.

Gruppenfahrt-Premiere

Zuerst bin ich auch nur mit Dominik durch die Gegend gedüst. Er hat nämlich einen guten Orientierungsinn, also so’n Navi-Garmin, das auch Strava-Segmente kann. Es piepst – mein Signal für “Wir treffen uns an der nächsten Brücke” – und er rast los. Dann fahre ich ebenfalls ambitioniert, aber mit hohem Puls, hinterher. Für Frauen ist es echt nett mit diesen Segmenten, denn auf 135 Männer, die die Strecke fahren kommen nur 8 Frauen, die sich dann ihr Profil mit kleinen digitalen Pokälchen und Krönchen verzieren. Befriedigend, finde ich. Doch bin ich ja noch eine echte Anfängerin auf dem Rennrad. Um die 350 km habe ich seit August darauf zurückgelegt. Bisher bin ich noch nie alleine gefahren. Das scheint mir auch eine größere Herausforderung zu sein, denn ich verfahre und verlaufe mich so oft. “Lalala, guck mal Schafe, oh, da hinten tolles Abrisshochhaus, lass mal da lang, da gibt es veganes Eis.” Und schwupps, bin ich verloren gegangen. Dann letzte Woche, tatsächlich, da ich beim Radfahren immer so viel Denken und Quatschen muss und es immer auf Kaffeekuchen hinausläuft, verkündet er, eigene Pläne für Sonntag zu …

Der Bankdirektor

In der Fußgängerzone, auf dem Rückweg von meiner Arbeit, ruft mir dieser Mann “Schöner Sattel, willste tauschen?” hinterher. Ich halte an, denn er möchte sich meinen Sattel und meine Schutzbleche genau ansehen und präsentiert mir im Gegenzug stolz sein Rad. Er ist einverstanden, als ich sein Rad fotografieren will. “Kostet auch nur zehn Rubel. Oder zwei Mark.” Zwei Euro waren dann auch okay. Er hält mir eine kleine Spardose hin, darauf klebt ein Schildchen: “Der Bankdirektor”. Sein Sattel ist gerettet durch ein Stück Schwamm, welches er an einem Holz befestigt hat. Wunderschön und sehr robust sind auch seine Pedalkonstruktionen und die Flaschenhalter. Alles selbst gebaut. Er zeigt mir auch sein Schutzblech, auf welchem mehrere rote Blitzdingens von den Atomkraft-Nein-Danke-Aufklebern kleben. Das sind “seine Schutzengel, die ihn beim Radfahren beschützen”.  

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Hoi, Fietscoach

Am Samstag waren wir in Amsterdam. Leider nicht zum Radeln. Aber immerhin habe ich ein paar Fietse fotografiert. Und ins Meesterknecht wollten wir eigentlich auch noch, doch das hatte nach unserem exzessiven Kulturprogramm (Van Gogh Museum) und später Anreise leider schon geschlossen. Dafür habe ich eine coole Entdeckung gemacht. In Amsterdam gibt es sogenannte Fietscoaches! Sie tragen orange Jacken und halten die Horden von Radlern in Schach. Ich habe extra nachgefragt, und Fietscoach Rob, der mit einem Kollegen auf dem Leidseplein stand, hat mir erzählt, dass sie vor allem darauf achten, dass die Räder ordentlich geparkt werden. Hübsch nebeneinander, damit kein Chaos entsteht. Das sieht dann ungefähr so aus:

Keer tröch

Wenn am Niederrhein die Sonne scheint, sind alle draußen. Auf dem Rad, versteht sich. Christoph und ich natürlich auch. Und wir machten uns auf den Weg von Kempen nach Wesel. Den Rhein überquerten wir in Xanten mit der Fähre, die “Keer Tröch” heißt. Und weil so ziemlich alle anderen Niederrheiner dieselbe Idee hatten, mussten wir am Ufer eine Stunde warten. Das war aber gar nicht schlimm, wie man sieht. Was man nicht sieht: Die Störche, die am anderen Ufer, also in Bislich, herumflatterten.  

Sieht steil aus. War auch steil. Aber es hat echt geklappt!

Jump jump

Manchmal überkommt es mich. Dann will ich toll sein und schnell und cool. Dann sitze ich vor meinem Computer und schaue auf Youtube wilde Videos von Bikern an, die auf sehr gefederten Rädern sehr steile Abhänge, hübsch bestückt mit Wurzeln und Steinen, hinunterflitzen (seitdem werden mir auf Youtube übrigens immer Videos wie “Krawatte richtig binden” empfohlen, und die eingeblendete Werbung legt mir den Kauf von Aftershave nahe). “Will ich auch”, denke ich dann immer. Irgendwann hat es mir mit dem Denken gereicht, und ich beschloss, das coole Bergabfahren zu lernen, zumindest ein bisschen. Ein wenig im Internet recherchiert und bei Ridefirst den Level 1-Kurs in Düsseldorf gebucht. Coach Marc Brodesser hat erstmal an Schnurri 2 herumgeschraubt. Sattel runter, Luft raus, Bremsen verschoben. Fühlte sich gleich besser an. Ich wäre natürlich am liebsten direkt die flowigen (jaaahaaa, so nennt man das in Fachkreisen) Trails im Grafenberger Wald heruntergerollt oder hätte nach einmal Vormachen sofort einen perfekten Bunny Jump hingelegt. Stattdessen übten wir zunächst. Übten übten übten. Grundposition. Balance. Haltung (“Wie ein Cowboy”). Und ganz wichtig: Bremsen. Vorne und …