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In Stimmung für die Tour

Ich habe eine Mission. Beim Grand Départ in Düsseldorf bin ich für das Social Media Team als Volunteer unterwegs. Für diese spannende Aufgabe wurde ich am Wochenende mit meinen Mitstreitern aus dem Bereich Presse gebrieft. 2000 Journalisten aus der ganzen Welt kommen nach Düsseldorf, um brühwarm vom Grand Départ aus der LHD zu berichten. “LHD” ist übrigens cooler Insider-Sprech für “Landeshauptstadt Düsseldorf”. Ich hoffe auf Schlagzeilen wie “Souveräner Tony Martin holt den Sieg im Einzelzeitfahren” oder “Deutsche Fahrer tragen weißes, grünes, gepunktetes und gelbes Trikot”. Steffen Weigold und Tanja Tschurer vom Grand-Départ-Eventteam versorgen uns mit beeindruckenden Informationen zur Tour. Zum Beispiel, dass 285 Fahrzeuge und Motorräder vor dem Peloton herfahren. Für Kamerateams, Ersatzreifen, prall gefüllte Musettes, Verbandszeugs und Polizisten. Doch vorher hupt sich die Werbekarawane über die Strecke – für Stimmung und Kamelle. Das sind auch nochmal 200 Fahrzeuge. Das ist ein bisschen wie Karneval. Perfekt für uns Düsseldorfer also. Später spezifiziert Steffen die Mission “seiner Social-Media-Schäfchen”: die Stimmung einfangen! Ausschwärmen und die Atmosphäre, den Jubel, die gute Laune der Menschen fotografisch festhalten. Das klingt …

Läuft für die Flamingos

“Der Reinerlös der Veranstaltung fließt dem Duisburger Zoo für den Neubau eines Flamingohauses zu.” Ein Satz, der meine Aufmerksamkeit erregte. Denn wir sind selbstverständlich dabei, wenn es darum geht, Flamingos zu unterstützen. Die Sache mit der “Veranstaltung” hat nur einen klitzekleinen Haken – es handelt sich um 5,5 Kilometer, die als “Zoolauf” zu Fuß bewältigt werden sollen. Und zwar so schnell wie möglich. Es ist kein Geheimnis, dass die Radflamingos auf dem Rennrad eine recht gute Figur abgeben. Als Joggerinnen hingegen (und auch das ist kein Geheimnis) haben die Radflamingos, freundlich formuliert, Luft nach oben. Ein schrecklicher Zwiespalt also. Wie sollen wir jetzt den Flamingos helfen? Ganz einfach! Wir machen’s wie die Bayern. Wir kaufen ein. Jemanden, der den Marathon in 3:10 rennt, für den 10-Kilometer-Läufe genauso toll sind wie Eisdielenbesuche, jemanden der demnächst den Ironman absolviert, jemanden der uns unter die Top 50 der Mixed-Staffeln bringt, obwohl ich mitlaufe. Unsere Lösung heißt Martin. Ich verspreche Martin sehr viel Ruhm, einen großen Burger, Bier und den Ehrenflamingo-Status. Letzteres hat ihn überzeugt. Er sagt zu. Wir …

Fahrräder first

Bonnie und ich haben Sonntag den kompletten Autoverkehr der Düsseldorfer Innenstadt lahmgelegt. Nun, eventuell nicht ganz allein. Wir waren Teil der ADFC Sternfahrt, bei der 3000 Radfahrer ein Signal für die Verkehrswende NRW gesetzt haben. Das hat unglaublichen Spaß gemacht. Aus mehreren Gründen. Morgens sind Bonnie und ich zunächst nach Krefeld gedüst und haben dort die lokalen ADFC-Mitglieder (und wer sonst noch wollte, so wie ich) getroffen, um gemeinsam Richtung Düsseldorf zu fahren. Fast alle hatten wallende Haare und zeigten sich ob Bonnies lautem Leerlaufgeräusch etwas irritiert. “Aber ein Motor ist da nicht drin, oder?”, fragte eine ältere Dame, die am linken Niederrhein Touren organisiert und am liebsten “ständig” Fahrrad fährt. Zeitgleich starteten hunderte weitere Radler auf E-Bikes, Lasten- und Hollandrädern, Cross- und Tourenbikes, Bakfietsen, Liegerädern, Mountain- und Gravelbikes in Köln, Geldern, Mönchengladbach, Duisburg, Bochum, Wuppertal Richtung Landeshauptstadt. Voll fuchsiger Ortskenntnis schlängeln wir uns durch Krefeld, über Felder nach Fischeln und bis nach Meerbusch. Unterwegs stoßen immer mehr Fahrradfahrer*innen dazu. In Düsseldorf-Oberkassel wartet schon die Polizei auf uns. In diesem Fall ist es toll, von der Polizei …

Le Kick-off

Ich bin très aufgeregt! Erstens, weil die Tour de France dieses Jahr in Düsseldorf startet und zweitens, weil C. und ich uns für dieses super-Ereignis als freiwillige Helfer (Volunteers) gemeldet haben. Ich male mir täglich aus, wie toll das wird: Rasch dem Marcel beim Warmrollen die Wasserflasche reichen, nebenbei dem Journalistentross galant und polyglott alle facts & figures liefern und anschließend John Degenkolb vom Radel helfen, nachdem er sich beim Einzelzeitfahren verausgabt hat. Das war etwas optimistisch gedacht, wie ich jetzt beim Kick-off für die Volunteers, der offiziellen Vorbereitungsveranstaltung für alle freiwilligen Helferinnen und Helfer erfahren habe. Doch es wird trotzdem wahnsinnig spannend! In zwei Schichten – immerhin haben sich etwa 1400 Volunteers gemeldet – informierten die Grand-Départ-Organisatoren an der Heinrich-Heine-Universität über Ablauf, Hintergründe und Einsatzgebiete. Thomas Hußmann hat als Sicherheits-Fachmann der Feuerwehr Düsseldorf mehr als 20 Jahre Erfahrung mit Großveranstaltungen auf dem Buckel. Diese Tatsache plus seine lockere und sympathische Art, uns Fußgängerbrückenmanagement, Verkehrsknotenpunkttaktik und Flatterbandhintergrundinfo nahezubringen, haben uns beeindruckt. So einen möchte man an Bord haben, wenn in der Stadt (bei gutem Wetter) eine Million Besucher erwartet werden. …

Ich will Spaß, ich geb Gas

Ich bin heute gefahren wie die Sau. Dafür habe ich eine fantastische Entschuldigung: Ich musste fahren wie die Sau. Sonst hätte ich mich schwerverletzt. Mindestens. Beim Bahnradfahren, das Elisa und Markus am Sonntag in Kaarst-Büttgen organisiert haben, gelten nämlich besondere Regeln. Und die Regeln lauten: Treten treten treten! Need for speed qua Gesetz. Ha! Außerdem: Rechts überholen! Und in den Kurven noch mehr Gas geben. Ach ja – Bremsen gibt’s nicht, geht nicht, macht man nicht. “Was, wenn ich anhalten möchte, um Kuchen zu essen?”, frage ich Elisa. Ich lerne, dass ich diesem Bedürfnis keinesfalls spontan nachgeben kann. Es bedarf mindestens einer Runde Planung. Im Flachen ausrollen lassen. Wenn ich Glück habe, kippe ich genau vor dem Tisch mit dem Marmorkuchen um. Aber dafür muss ich ja erstmal fahren. Ein Bahnrad muss her. Der Master of Bahnrad-Verleih mustert prüfend meinen Schritt und zieht dann zufrieden nickend ein blaues Faggin aus seiner beeindruckenden Sammlung. Er stellt den Sattel ein und schraubt meine mitgebrachten Pedalen an. Fertig. Ich schiebe das Faggin in die Halle. Einige flitzen schon über das Oval, …

Karten überall

Radsport Claassen in Kempen ist die erste Adresse, wenn Ranger und Schnurri die Puste ausgeht und auch C. mit seinem fahrradhandwerklichen Geschick (das sehr weit reicht) am Ende ist. Gerade hat Schnurri dort die neuen Bärentatzen bekommen, die C. mir zum Geburtstag geschenkt hat. Die längst fällige Inspektion (Breeeemseeeen!) habe ich gleich mitbestellt. Alles tiptop. Und bei Claassen gab es sogar Postkarten. Die hier konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen: So lange das Wetter zu mies zum Fahren ist, werde ich also fahrradrelevante Postkarten schreiben und auf trockene Tage hoffen.