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Überwintern mit den Radflamingos. Teil 4. Spekulatius-Stupor.

Ich kann leider nicht behaupten, dass meine gesteigerte Zufuhr von Glühwein, Spekulatius, Dominosteinen und Plätzchenteig mich aktiv am Rennradfahren hindert. Eisige Kälte wäre eine hübsche Ausrede. Oder noch besser: Glatteis. Oder Tonnen von Schnee. Tja. Stattdessen habe ich mir eine extrem plausible Theorie zurechtgelegt und strebe deshalb eventuell eine zweite Karriere als Wissenschaftlerin an. Sie lautet: Während Bären momentan vernünftigerweise einen Winterschlaf halten, fahren Menschen in dieser Jahreszeit ihren Aktivitätslevel herunter und den Futterlevel (sehr) hoch. So fallen netflixen und couchen leichter, joggen und Rennrad fahren schwer. Aber so richtig richtig froh macht mich das nicht. Ich fühle mich auch nicht wirklich wohl. Auch wenn ich jetzt ein paar sehr coole Serien-Tipps für Euch hätte (Bingewatching, anyone?). Ich habe einen Blick auf den Flamingowinter-Countdown geworfen, der am Kühlschrank hängt, und da war noch noch nicht sehr viel abgezählt. Daraufhin habe ich mich (im Regen! Im Dunkeln!) zum Joggen herausgewagt. Geil. Das Ergebnis: Beste Laune ever und dieses tolle Nach-dem-Sport-Wohlgefühl. Und das nach nur drei Kilometern. Konsequenz: Am folgenden Wochenende C. mit Nessi nach Kevelaer begleitet …

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 2: Die Gruppenausfahrt.

In unserer tollen neuen Blogserie “Überwintern mit den Radflamingos” habe ich dann direkt mal ausprobiert, wie es ist, mit einer großen Gruppe dem Herbstwetter zu trotzen. Am Sonntag startete die Schicke Mütze ihre Winterausfahrt-Serie mit dem hübschen Namen Winterschlampenparade über niederrheinische Wirtschaftswege. Eine super Idee eigentlich, sich gemeinsam durch die dunkle, kalte Jahreszeit zu retten. Die Idee ist “Gute Laune bei schlechtem Wetter!”. Immer sonntags um 11 Uhr treffen sich die Winterschlampen an den Rheinterrassen am Josef-Beys-Ufer in Düsseldorf. Manchmal gibt es wohl besondere Highlights. Heute eine Suppe im Anschluss. Bestimmt gibt es solche Winterausfahrten auch in anderen Regionen. Schreibt sehr gerne eure Tipps und Ideen in die Kommentare! *** Nun notiere ich noch schnell meine erste Fahrt in der Winterschlampenparade und möchte als allererstes und in ewiger Dankbarkeit einem tapferen Menschen danken, dessen Namen ich nicht buchstabieren kann, aber er erklärte die Aussprache mit dem Fechterwort “En garde!”. Er hat mir ein paar ziemlich schlaue Prinzipien zum Dranbleiben im Wind bei Gruppenfahren erklärt – die mir wirklich ganz und gar nicht klar waren – und zwar während er mich, abgeschlagen vom …

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 1: Der Countdown.

Er ist 1 Herausforderung. Vong Schweinehund her. Die Rede ist vom Winter, mit dem wir Radflamingos offiziell die Monate November, Dezember, Januar, Februar und März betiteln. Doch in dieser miesen blöden grauen öden blätterlosen eisig kühlen Jahreszeit sollen Lexa und Nessi nicht im Keller verwahrlosen. Und wir wollen unsere (mühsam aufgebaute) Form zumindest ansatzweise in den April herüberretten. Deshalb starten wir jetzt unsere Blog-Serie “Überwintern mit den Radflamingos”. Gegen Schweinehunde und Kälte, für Motivation und Fahrspaß. Dieser erste Teil handelt von einer genialen Idee. Mareikes genialer Idee, um genau zu sein. Sie hat das Winter-Problem einmal völlig nüchtern, emotionslos und unkünstlerisch betrachtet und kam zu folgendem Ergebnis: Es gibt die fünf fahrradkomfortkritischen Monate von November bis März. Jeder dieser bitterkalten, jahreszeitlichen Drecksäcke wartet mit jeweils vier Wochenenden auf, an denen geradelt werden kann. Macht also insgesamt 20 Fahrten. Bis zur Zeitumstellung sind es 26 Fahrten, und wir rechnen großzügig vier Bonusfahrten dazu (muss sich ja lohnen; ist ja kein Hallensport). Also 30. Das Geheimnis ist nun, sich tatsächlich jedes Wochenende aufs Rad zu schwingen. Egal auf welches, egal wie weit, …

Still, langsam, winterlich.

  Wir haben ja im Sommer hier auf dem Blog einen echten Sprint hingelegt. So viel Freude hat uns die neu entdeckte Kombination “Fahren und drüber nachdenken!” gemacht. Jetzt gerade ist irgendwie Winter.  Es ist viel und schnell dunkel. Alle reden plötzlich von Grundlagen. Also kümmern wir uns hier auch darum: Rumfahren, Nachdenken, Artikel schreiben: Wir sind still, langsam, winterlich.    

Neulich im Flamingo-Briefkasten

Niko hat Recht. Postkarten zu bekommen ist ein kleines bisschen noch schöner als welche zu schreiben. Vielen Dank für unsere erste richtige echte selbstgeschriebene (mit Füller!) Fanpost, Niko! Guckt mal: Und einen Blog hat er auch. Sehr nerdig. Sehr cool: www.nerdno.de Im Artikel “Rad Race Bergfest” habe ich mich ein bisschen in diese Sätze verliebt: “Dann Zielbogen! Endlich! Call me Hillboooooooooooooy! Ich bin alle, aber die Freude ist groß.” Das ist wunderschön und beschreibt höchst angemessen Bergradel-Gefühle, egal wie schnell, wie steil und wie weit. Die Vorderseite dieser tollen Karte wollen wir Euch natürlich auch zeigen. Sie passt übrigens ganz hervorragend zu der Postkarte, die ich neulich im Radelgeschäft mitgenommen habe.  

Bocholter Schenkelschau

Neulich war ich mal wieder mit D. bei “Tulpe”, dem großen Fahrradladen am Niederrhein. Eigentlich lasse ich mich gerne dorthin mitnehmen. Nette Verkäufer, gratis Kaffee, vorgeschnittene Energieriegel. Sicher auch, um pinke Helme auszuprobieren: “Guck mal, oh jeeee, mit Einhörnern!  – aber passt!”, mal wieder liebevoll grinsend einen Brooks Cambium zu streicheln: “Oh wow, so ein Harter – aber vegan!” oder stillschweigend Winter-Handschuhe anzuprobieren – ich habe Zeit. Im Hochsommer hatte ich kurze Hosen an, wie fast alle anderen auch. Unverhohlen wurde hier am nackten Schenkel abgeschätzt, welches Sportgerät er oder sie wann, wie, wo nutzt. Mein Schenkelprofil, ähm: Kettenfettabdruck, nachts zum Biergarten, aber glatt rasiert, heyyyy. Und glaubt es mir oder nicht, aber die Leute im Laden haben sich intensiv neidisch gegenseitig auf die Schenkel gestarrt. Das ist speziell für uns Frauen auch mal was Neues!

Popospecki

Nachdem ich neulich den meditativen Aspekt des Radfahrens für mich beleuchtet habe, folgt nun meine Betrachtung über Popospeck. Ich gebe Dominik die Schuld daran, dass ich in den letzten Jahren ein bisschen dicker geworden bin. Vielleicht hängt es auch mit Nichtmehrrauchen, puddingveganen Ernährungsexperimenten, meist sitzender Tätigkeit, zu weiten Pendelstrecken und allgemeiner Schlaffität zusammen? Neee, eher nicht. Er ist es schuld! Ich sehe einen deutlichen Zusammenhang zwischen seinem Rennradfahren und meiner Gewichtszunahme, seit er mit dem exzessiven Radfahren und danach Essen begonnen hat. Denn immer, wenn er von einer Radtour zurück nach Hause kommt, ist er natürlich hungrig. Dann isst er ein halbes Weißbrot mit Marmelade und Erdnussbutter, ne Schüssel Cornflakes, fantasiert Besuche bei DaRoberto zusammen, wo wir auch landen, und ich esse schon wieder Pizza, obwohl ICH sie mir auch nicht annähernd verdient habe, weil nur Denksport. Seit ich jedoch meine Bauchbeinepo auf Lexi (mein hübsches, kleines Rennrad) herumfahre, so mit Fahrtwind und Helmchen auf dem Kopf und diesen zauberhaften Negativkalorien, kann ich endlich Futtern ohne zu Denken. Hahahaha. Das wäre schön. Aber ein bisschen …

Sinnlich und meditativ

Meine offizielle Version ist ja, dass ich mir ein Rennrad zugelegt habe, um den Kopf frei zu fahren. Um durch gleichförmige Bewegung meine Hirnhälften zu synchronisieren. Vielleicht auch, um mich abzuhärten. Für den rauen Alltag im Atelier. Julia Cameron beschreibt in ihrem 12-Wochen-Kurs-Buch “Der Weg des Künstlers”, einem Ratgeber-Klassiker für Kreative, wie Ausdauersport den musischen Prozess fördert: “Kreativität erfordert Aktivität. (…) das Ziel besteht darin, sich mit der Welt außerhalb zu verbinden, um die Selbsterforschung aufzugeben. (…) den Geist mehr als den Körper zu dehnen, wobei die Betonung nicht auf dem Fitnessaspekt liegt. Wenn Sie Ihre Pedale rhythmisch und wiederholt auf und nieder treten, füllen Sie den Brunnen Ihrer Kreativität wieder auf. Lösungen (für Designprobleme) kommen einfach zu Ihnen und die Dinge beginnen, sich an ihren Platz zu fügen.” Julia Cameron beschreibt in diesem Kapitel den sinnlichen und meditativen Aspekt des Radfahrens über die Attribute Alleinsein, das schwarze Asphaltband, Stille, Wind und den blauen Himmel. Und so ist es ja tatsächlich: Ein Perspektivwechsel, eine simple Bewegungsmeditation, ausgelöst durch eine sich wiederholende Handlung, die die Hirnaktivität …

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Fahrtwindtränen

Auf unserer kleinen Sonntagsrunde habe ich meine allerersten Fahrtwindtränen geweint. Sie sind regelrecht über meine Wangen gerollt. Durch die Nase kamen sie auch. Und weil ich heimlich, ladylike ein Taschentüchlein in meiner Rückentasche dabei habe, bin ich noch einmal um das Thema “Mein erster Rotzer” herumgekommen. Fakten: Ausfahrt Nr. 4, 38 km, viel Bergauf Hügel rauf, geflucht, gestöhnt, verwunschen, dann Premiere: Esel runtergesaust mit bremsen, 660 kcal, 1 Stravakudo vom Ehemann. Ha!