Author: Annette

Frühlingserwachen

C. sorgt sich. Zum Beispiel um Rudi, unseren Wellensittich, oder um unsere krüppeligen Obstbäume. Und um meine hübschen Fahrradtrikots. “Du stichst die ja kaputt, wenn du da mit Sicherheitsnadeln Startnummern daran befestigst”, sagt er. Also schenkte C. mir – völlig überraschend– ein Set Fixpoints. Mit Blumen drauf.  Und bereits gestern konnte ich diese hübschen, megastarken Magneten ausprobieren. Nämlich bei der RTF Schwalmtal, die ich bereits sehnsüchtig erwartet habe. Ich konnte nicht nur mein neues Ciclisti-Teamtrikot ausführen, sondern am selbigen auch meine blumigen Fixies befestigen und endlich offiziell meinen Winterschlaf beenden. Die Rückkehr ins geregelte Rennradleben fällt besonders leicht, wenn das Lüftchen lau ist, die Sonne scheint, nette (breite) Mitfahrer selbstlos Windschatten spenden und die Versorgungslage an den Verpflegungsstationen als hervorragend zu bezeichnen ist. Meine neuen Magnete haben sich bewährt, und meine Nummer hat nicht mal geflattert, obwohl durchaus flatterhafte Bedingungen herrschten. So. noch drei Wochen bis zur nächsten RTF. P.S. Tiersichtungen – 1 Marder (tot)    

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 5. Hochrad kommt vor den Fall.

Am Wochenende folgte ich der freundlichen Einladung* der Messe Essen (danke an dieser Stelle) und erkundete mit C., was die (zumeist) nordrhein-westfälische Fahrradwelt so zu bieten hat. Oh yay, ein cooler Mountainbike-Hindernisparcours! Ich renne aufgeregt hin. Doch er war lediglich für Sechs- bis 14-Jährige gedacht. C. lenkte mich schnell ab: „Guck mal, bunte Reifen“ und „Schau hier, Prospekte übers Lahntal. Da wollen wir doch eine Wochenendtour machen.“ Aber dann, ha! Auf einem großen Testfeld konnte auch ich Fahrräder ausprobieren, Liegeräder zum Beispiel. Ich hege große Skepsis gegenüber Liegerädern. Naja, Vorurteile trifft es wohl eher. Liegeräder werden von Sozialkundelehrern in Cordhosen und Parteimitgliedern der Grünen gefahren. Und sehen kann man sie auch nicht, wie sie da so flach über den Boden eiern. Und bequem sollen die sein?! Wohl kaum, man kann ja nicht mal vernünftig auf diesen Teilen trampeln. Tja nun. Ich nahm auf einem dieser Gefährte Platz. Glitzernd blau und … okay… unfassbar bequem. Erst an der Schaltung fiel mir auf, dass es auch noch ein E-Liegerad war. Pah! Wer braucht denn sowas? Schwächelnde Sowilehrer …

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 4. Spekulatius-Stupor.

Ich kann leider nicht behaupten, dass meine gesteigerte Zufuhr von Glühwein, Spekulatius, Dominosteinen und Plätzchenteig mich aktiv am Rennradfahren hindert. Eisige Kälte wäre eine hübsche Ausrede. Oder noch besser: Glatteis. Oder Tonnen von Schnee. Tja. Stattdessen habe ich mir eine extrem plausible Theorie zurechtgelegt und strebe deshalb eventuell eine zweite Karriere als Wissenschaftlerin an. Sie lautet: Während Bären momentan vernünftigerweise einen Winterschlaf halten, fahren Menschen in dieser Jahreszeit ihren Aktivitätslevel herunter und den Futterlevel (sehr) hoch. So fallen netflixen und couchen leichter, joggen und Rennrad fahren schwer. Aber so richtig richtig froh macht mich das nicht. Ich fühle mich auch nicht wirklich wohl. Auch wenn ich jetzt ein paar sehr coole Serien-Tipps für Euch hätte (Bingewatching, anyone?). Ich habe einen Blick auf den Flamingowinter-Countdown geworfen, der am Kühlschrank hängt, und da war noch noch nicht sehr viel abgezählt. Daraufhin habe ich mich (im Regen! Im Dunkeln!) zum Joggen herausgewagt. Geil. Das Ergebnis: Beste Laune ever und dieses tolle Nach-dem-Sport-Wohlgefühl. Und das nach nur drei Kilometern. Konsequenz: Am folgenden Wochenende C. mit Nessi nach Kevelaer begleitet …

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 3. Wolle maximal.

Neulich war ich sehr enttäuscht. An meinem Geburtstag, um genau zu sein. Ich habe C. genaue Schenk-Instruktionen gegeben, weil er “nie” weiß, was er mir schenken soll. Mir hingegen fallen immer massig Dinge ein, die ich gerne hätte (eine Kette mit Faultier-Anhänger. Einen Federsattel für Ranger. Bunte Rennradsocken). Also habe ich ihm eine Liste geschickt. “Bunte Rennradsocken” habe ich drei Mal unterstrichen. Erwartungsvoll packte ich an meinem Geburtstag ein fußgroßes, weiches Päckchen aus. Eine Packung schwarzer …Tennissocken?! Ich war kurz davor, in Tränen auszubrechen. Dann fiel mir ein, dass C. auch gerne mal einen Scherz macht. Sicherlich wollter er mir einen Streich spielen. Ich lachte nervös und C. sagte: “Ich habe lange recherchiert. Das hier sind die besten Socken. Du wirst nie wieder frieren! Das macht der Merino-Anteil.” Ich konnte mir allerdings gerade nicht vorstellen, überhaupt je wieder zu frieren. Es war Mitte September, 18 Uhr und 28° Grad. Ich versuchte mich zu freuen. Jetzt ist es November. Ich freue mich sehr über dieses wunderbare Geschenk von C. Ich hatte meine Ullmax (ull ist übrigens Schwedisch …

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 1: Der Countdown.

Er ist 1 Herausforderung. Vong Schweinehund her. Die Rede ist vom Winter, mit dem wir Radflamingos offiziell die Monate November, Dezember, Januar, Februar und März betiteln. Doch in dieser miesen blöden grauen öden blätterlosen eisig kühlen Jahreszeit sollen Lexa und Nessi nicht im Keller verwahrlosen. Und wir wollen unsere (mühsam aufgebaute) Form zumindest ansatzweise in den April herüberretten. Deshalb starten wir jetzt unsere Blog-Serie “Überwintern mit den Radflamingos”. Gegen Schweinehunde und Kälte, für Motivation und Fahrspaß. Dieser erste Teil handelt von einer genialen Idee. Mareikes genialer Idee, um genau zu sein. Sie hat das Winter-Problem einmal völlig nüchtern, emotionslos und unkünstlerisch betrachtet und kam zu folgendem Ergebnis: Es gibt die fünf fahrradkomfortkritischen Monate von November bis März. Jeder dieser bitterkalten, jahreszeitlichen Drecksäcke wartet mit jeweils vier Wochenenden auf, an denen geradelt werden kann. Macht also insgesamt 20 Fahrten. Bis zur Zeitumstellung sind es 26 Fahrten, und wir rechnen großzügig vier Bonusfahrten dazu (muss sich ja lohnen; ist ja kein Hallensport). Also 30. Das Geheimnis ist nun, sich tatsächlich jedes Wochenende aufs Rad zu schwingen. Egal auf welches, egal wie weit, …

Le Buch

Vor unserem Südfrankreichurlaub war ich im Buchladen. Ich erspähte ein Exemplar mit Fahrrädern auf dem Cover, las “Ventoux” und kaufte es sofort. Das solltet Ihr auch tun. Allerdings erst nachdem ihr den titelgebenden Berg hinaufgefahren seid. Sonst schüchtert es vielleicht ein bisschen ein. Zu Unrecht, wie ich nun aus eigener Erfahrung weiß. Mit selbiger in den Beinen las ich den Roman nun tiefenentspannt auf unserem französischen Sofa, ab und zu an einer infusion schlürfend und freute mich. Der Grund meiner Freude: Das Buch ist herrlich runterzuschmökern. Der Autor ist Journalist und schreibt deshalb wunderbar schnörkellos. Kitschig wird’s trotz der wie dafür gemachten Storyline auch nicht. Und die geht so: 50-Jähriger Protagonist trifft nach langer Funkstille auf seine besten Freunde von früher. Sie alle waren zu Schulzeiten in dasselbe Mädchen, in Laura, verliebt. Den Sommer nach ihrem Abschluss verbringen sie in Südfrankreich, um den Mont Ventoux mit dem Rennrad zu erklimmen. Dann passiert (natürlich) etwas extrem Dramatisches. Folge: Die Freunde sind megamäßig traumatisiert, das von allen angebetete Mädchen verschwindet spurlos, die anderen verlieren sich aus den …

Wahre Größe

Ich habe mich schon lange darauf gefreut, mit Nessi zum Bikefitting zu fahren. Ein halbes Jahr, um genau zu sein, denn Ralf, der Bikefitting Kerken betreibt, hat ziemlich gut zu tun. Ein bisschen habe ich auch Angst. Was, wenn er sagt “Nützt alles nichts, aber für die perfekte Einstellung ist dir dein Rennrad zu groß”? Das hatte damals ja schon der Fahrradhändler angedeutet, der Nessi kurz nach dem Kauf einen kürzeren Vorbau verpasste. Inzwischen trägt sie sogar einen noch kürzeren, der irgendwie suboptimal aussieht. Mareike sagt, dass D. sagt, dass das fürs bergab fahren auch gefährlich sei (Was Ralf später bestätigt. Für die Gabel sei es auch nicht gut). Ich rolle Nessi in Ralfs Fahrradzimmer, das mit einem riesigen Monitor und unzähligen, übersichtlich angeordneten Werkzeugen und Messgeräten ausgestattet ist. Außerdem gibt es Kaffee, Kekse und mehrere Jahrgänge Fahrradzeitschriften. Er schaut mich an, dann Nessi und hat noch kein einziges Maßband oder anderes device zur Hand genommen. Dann schüttelt er den Kopf. “Das ist zu groß”, sagt er. Schockschluck! Nessi! “Aber wir gucken uns das jetzt …

Le Berg

C., ich und unser Gastsohn Micah haben die Herbstferien in Südfrankreich verbracht. Der Plan: sehr viel vin trinken, sehr viel essen, sehr alte Gebäude anschauen und dem Gastsohn ein bicyclette leihen und hübsch entspannt durch die Provence radeln. Mit uns auf den Rennrädern wäre das wohl ein bisschen zu flott. Also kamen Schnurri und Paula (C.s sonnengelbes Trail-Alltags-Cross-Rad) mit. So ganz ist das Gastkind noch nicht mit unserer Fahrradmanie gesynct, also stiegen wir an einem windstillen, grauen Mittwoch gegen 13 Uhr allein ins Auto, um die Räder in Ventoux-Nähe wieder auszupacken und eine Tour um den Berg herum  zu machen. C. hat diverse Strecken auf den Garmin gespeichert. Aber eigentlich. Jetzt wo wir eh zu Zweit sind. Dann können wir doch. Wie wir ursprünglich wollten. Und plötzlich stehen unser Auto, wir und die Fahrräder in Bédoin am Fuß des sagenumwobenen Mont Ventoux. Kilometer 20 “Bis zum Gipfel sind es 20 Kilometer”, sagt C. Auch die Strecke bis nach oben steckt in seinem Garmin. Was das bringen soll, ist mir rätselhaft. Schließlich geht es nur geradeaus. Und hoch. Aber ha! 20 Kilometer sitze …

Geht in die Hose. Teil V.

Sie ist wunderschön. Sie hat ein paar weiße Pünktchen am Bein. Sie ist ein körperformschönmachender Einteiler, der sich, glaube ich, auch zum Triathlon eignet (das T-Wort. Das musste ja passieren. Danke Maren. Dazu später mal eventuell mehr). Um es kurz zu machen: Ich bin fündig geworden! Produkt PROTECTIVE Damenbody „Tara“, Größe 36 (eher eine Nummer kleiner wählen) Model Flaminga Annette Fazit Seit einigen Wochen schwinge ich mich in meinem Protective Body (mei, so heißt es halt. Trägerhose eben) auf Nessi. Damit fahre ich das Nachfolgermodell meines heißgeliebten, zirka neun Jahre alten Protective Bodys. Der ist jetzt etwas ausgeleiert, und die recht kurzen Beine, die ich früher toll fand, gefallen mir jetzt nicht mehr so (Stichwort gleichmäßige tanlines und, ähm, DellenCellulitis, ihr wisst schon). Das neue Nachfolgemodell hat „normal kurze“ Beine. Das Polster ist relativ dünn geworden (sicher nicht für jeden das Richtige), aber ich finde es okay. Der Rückenteil hat jetzt mehr Mesh-Einsatz (Ha, ich sollte für Outdoor-Firmen texten!), ein bisschen Weiß ist hinzugekommen (an den Trägern und am Rücken und nicht zu vergessen die …

Der Wendekreis der Radflamingos

Die Radflamingos, Lali Banani*, Giulia und Leonie sind am Sonntag zu ihrer seit Monaten geplanten Pommes-Tour aufgebrochen. Ziel war es, das kartoffelstäbchenherstellende Nachbarland zügig mit den Rennrädern zu erreichen und sich dort die wohlverdienten Patatjes selbstzufrieden einzuverleiben. Nun. Soweit der Plan. Mareike war beim dritten Kaffee, ich schnuppte Schokolade und Leonie und Giulia ernteten eifrig Weintrauben aus unserem Garten. Irgendwie mussten wir die Zeit ja überbrücken, nachdem Lali mit einem kryptischen Anruf ihr Zuspätkommen ankündigte. Irgendwas mit Kette, kaputt, Kempener Weg. C. war lieb, setzte sich ins Auto, und versuchte Lali anhand der dürftigen Ortsangaben zu lokalisieren. Und zwar schon seit einer Dreiviertelstunde. Wir vier bewegten uns beinahe schon am Rande des Fresskomas, als die beiden endlich ankamen. C. hievte Lalis wunderschönes Specialized Ruby aus dem Kombi, und Lali trug die Fahrradkette in ihren ölschwarzen Händen. Ruby bekam ihre Kette (repariert) zurück, und die Schaltung funktionierte wieder. C. bot Lali Waschseife und uns Einweghandschuhe an, falls es unterwegs Probleme geben sollte. Doch während der internationalen 65 Kilometer-Tour mussten wir uns Gott sei Dank mit keinerlei …