Author: Annette

“…if I should ever recover…”

Dieses hübsche Zitat von André Greipel, der am Sonntag coolerweise ebenfalls beim NRW Crosscup in Hürth-Kendenich am Start war, leitet meine heutige Trauma-Verarbeitung passend ein. Die Radflamingos haben sehr gelitten und befinden sich damit in guter Gesellschaft. Das tröstet ein bisschen. Auf Instagram und Facebook habe ich bereits betont, wieviel Spaß ich beim Rennen hatte – und das stimmt! Doch genau wie die SPD “werden und müssen” die Radflamingos jetzt „die Gründe für das schlechte Abschneiden sorgfältig analysieren – auf allen Ebenen.” Einer der Gründe ist „sicherlich auch die schlechte Performance der großen Koalition in Berlin“ ohne Zweifel das quasi unbezwingbare Hindernis, das die Bombtrack Bicycle-Veranstalter in die Strecke integriert haben: die MAUER. Da ich sehr lange brauchte, um sie zu erklimmen, hatte ich Zeit zum Nachdenken. Meine Erkenntnis: Cyclocross ist wie Game of Thrones. Es ist extrem brutal und macht süchtig. Die Radflamingos analysieren weiter und machen es sich wahrlich nicht leicht. Eine meterhohe Wand kann und darf selbstverständlich nicht der Grund für unser Komplettversagen sein. Viel eher dann doch mangelndes Training die Tatsache, dass …

Crosse Leistung

Mein Motto lautet “Ich kann alles am besten”. Wer diesen Blog aufmerksam liest und/oder mich kennt, stellt schnell fest, dass das eine dreiste Lüge ist. Vielmehr ist das meine Ausrede, neue Dinge auszuprobieren. Das mache ich nämlich wirklich gern, vor allem im sportlichen Bereich – auch wenn ich vorzugsweise Maren von ichhasselaufen die Schuld für meine Aktivitäten gebe. Das tue ich auch jetzt. Sie hat mich angestiftet, beim Cyclocrosscup NRW in Dorsten mitzufahren. Ich bin erst ein Mal Cyclocross gefahren. Mit mäßigem Erfolg, und leider besitze ich (immer noch) keinen Crosser. Wurscht! Voller Vorfreude auf Matsch und Hindernisse und mit der Aussicht auf eine Top-Ten-Platzierung schnalle ich mein Mountainbike aufs Auto. Auf dem Wulfener Marktplatz treffe ich Maren mit Familienfreundefanblock und lausche der Strecken-Fachsimpelei. Ich verstehe “Sandkasten” und “Treppen” und hyperventiliere heimlich. Ja, Maren hat mir ein Video der Strecke gemailt, und ja, ich hätte mir die Runde um den See anschauen können. Aber wer sich nicht vorbereiten will, muss eben fühlen. Ich habe einiges gefühlt: Ein Vakuum, dort wo ich meine Lunge vermute, zum Beispiel. Einen Presslufthammer …

Die Pässe bitte!

Endlich Urlaub mit C. und Bonnie in den Bergen! Die Häuser in meiner Lieblingszweitenheimat bringen mich zum Weinen. Heller Stein, urgemütliche Holzbalkons mit – falls die Geranienpracht es zulässt – Blick auf den Wendelstein. Leider habe ich keine Zeit, mich Schöner-Wohnen-Träumereien hinzugeben, denn ich rase mit C. und C2 (dem sportverrückten Schwager) Richtung Nußdorf am Inn. Denn erst dort geht es bergauf. Und nur das zählt. Einrollen in Oberbayern (790 Meter) Hier ist es so wunderwunderschön und ich pedaliere so munter bergauf, dass ich trumpartige Allmachtsgefühle hege: Sehr sehr viele Leute fahren diesen Berg hoch. Diese Leute machen einen guten Job. Einen fantastischen Job. Viele Leute meinen, ich würde diesen Berg nicht schaffen. Sehr sehr unfair. Fake news. Ich kann Fahrrad fahren. Ich fahre jetzt hier hoch. Ich mache das exzellent. Das kann jeder sehen. Ich bin ein stabiles Genie! Stabil bleibe ich immerhin bis Törwang. Ich phantasiere von Sauerstoffzelten, Yetis und den Unterschenkeln von Peter Sagan. Was ich als Niederrheinerin eben so gemeinhin mit “Bergen” assoziiere. Unmittelbar bevor ich die C.s anflehe, mir bitte …

Hätte hätte… Dixitoilette

Samstag Heute hat C. mich, unsere Gasttochter Jocelyn und meinen Glücksbringer-Plüschflamingo Klaas nach Rotterdam kutschiert. Wir treffen alle Teilnehmer vom Projekt Dein erster Marathon und holen unsere Startnummern ab. Wir diskutieren unseren Trainingsstand (mehr geht nicht), Zielzeiten (4:30) und Nervositätslevel (tiefenentspannt) und freuen uns. Dann folgt die erste Herausforderung: Ich muss mich am Pasta-Buffet beherrschen. Sonst ist morgen rollen angesagt. Auf ein Glas Rotwein verzichte ich sicherheitshalber auch. Von wegen “Pasta-Party”. Aber das hole ich nach, wenn ich eine Finisherin bin. Dafür folge ich den Anweisungen erfahrener Marathonis und schütte sehr viel Wasser in mich hinein: “Morgen wird es heiß und anstrengend. Nur ein hydrierter Körper kann volle Leistung erbringen.” Ich tanke mich leider derart auf Leistung, dass ich kaum schlafe und ständig zum Klo rennen muss. Sonntag. Raceday Ich denke, ich werde demnächst einen Marathonratgeber schreiben. Meine Vorbildfunktion lässt mir keine Wahl! Gestern Wasser statt Rotwein, und heute starte ich den großen Tag mit einer Runde Yoga! Außerdem verhalte ich mich am üppigen Frühstücksbuffet äußerst diszipliniert. Dafür sollten hinterher Minuten gutgeschrieben werden. Kilometer 0 …

Ich mache eine Ausnahme

Ich bin ein echtes Glückskind. Im letzten Sommer habe ich bei einem Gewinnspiel auf Facebook einen Startplatz für den Rotterdam Marathon 2018 gewonnen – inklusive Leistungsdiagnostik, Trainingsplan und Ausstattung mit tollen Klamotten von New Balance und Laufsport Bunert. Hurra! Wie cool! Was ich nicht bedacht habe: Marathonvorbereitung findet nicht auf dem Rennrad statt. Außerdem ist sie anstrengend und zeitintensiv. “Jetzt heißt es wohl ‘Quäl dich, du Sau!’”, denke ich, als ich meinen meterlangen Trainingsplan an den Kühlschrank klebe. Das findet auch der beste Läufer der Welt, Ehrenflamingo Martin. Ich hege den Verdacht, dass es ihm a) große Freude bereitet, mir bei der Umsetzung der Trainingskilometer behilflich zu sein und b) mich dabei leiden zu sehen. Zu meinem großen Bedauern lässt er keine einzige meiner ständigen und sehr kreativen Ausreden, warum das Training heute unbedingt ausfallen muss, gelten. “Zu dunkel!” – “Super, dann kriegen wir keinen Sonnenbrand.” “Es regnet!” – “Die meisten Tropfen fallen daneben.” “Zu kalt!” – “Dann trainierst du nicht hart genug.” Kurz gesagt: Ich profitiere enorm von Ehrenflamingo Martins Laufenthusiasmus und seiner Erfahrung. …

Cross. Krass.

Der Storck Store Düsseldorf hat zum Biken mit anschließendem Cyclocross-WM-gucken eingeladen. Storck-Crosser testen inklusive! Ich bin begeistert und melde mich sofort an. Außerdem “überrede” ich Ehrenflamingo Martin ebenfalls mitzukommen, und so nehmen wir am Sonntagmorgen um halb zehn unsere coolen Leihräder in Empfang. “Crosser sind die Härtesten und deshalb wird bei jedem Wetter gefahren”, lautete die Ansage. Einerseits: Ha! Ich gehöre zu den Härtesten! Andererseits: Ich werde erfrieren! Null Grad. Bis ins Flachland ist Schnee angesagt! Ich ziehe mich so dick an wie möglich. Die Kanada-Kälte und frühe Uhrzeit interessieren jedoch niemanden. Wir sind so viele, dass ich beim heimlichen Durchzählen immer durcheinander komme. Noch ein Schluck Kaffee, Helme zurechtrücken, Garmins anwerfen – und schon rollen wir in einem riesigen Pulk Richtung Hamm. Wir düsen durch einen Park, und mein erster Cross-Einsatz erfolgt dort auf einem unbefestigten Weg. Easy! Kann ich! Herrlich! Außerdem sind alle total nett. Marc vom Storck Store fragt, ob alles passt, Ich schwärme, dass der Crosser sich wunderbar fährt und verschweige meine bereits geschmiedeten Entführungspläne. Ich fühle mich wie ein alter …

Schnurri, Schlamm und Schweinehund

Gut, mein Rennrad habe ich aus wettertechnischen Gründen vernachlässigt. Aber weder Winter noch Marathontraining können eine Entschuldigung dafür sein, mein Mountainbike in der Garage hängen zu lassen. Zumal ich auch für Schnurri einen megabreiten Specialized-Sattel bestellt habe. Und schon länger spielte ich mit dem Gedanken, endlich mal an der Mädelsrunde teilzunehmen, die die Duisburger Cycle Culture Company samstags anbietet. Diesen Samstag also, beschließe ich. “Regen! Schneeschauer! Arktische Kälte! Auf keinen Fall!”, beschließt mein Schweinehund. Dann weht und wütet auch noch Orkan Friederike. “Findet die Tour überhaupt statt?”, frage ich deshalb vorsichtig nach. Holger von der Cycle Culture Company schreibt zurück, dass “unser” Waldgebiet freigegeben sei und die Mädelsrunde deshalb stattfinde. “Auch bei Regen.” Und so treffe ich in Duisburg Claudia und Claudia, die genauso nett wie fahrtechnisch versiert sind. Holger schießt noch ein Vorher-Foto, und in weniger als zehn Minuten sind wir bereits über die Autobahnbrücke hinweg gesaust und mitten im Wald. Schon nach den ersten Metern müssen wir Bäumen ausweichen, die entwurzelt auf den Wegen liegen. Friederike hat ganze Arbeit geleistet. Stöcke, Äste, Zweige, Stämme …

Gestatten, Bonnie

Ich habe Bonnie in den letzten Monaten ein bisschen vernachlässigt. Ein bisschen sehr. Aus Gründen. Doch im April machen wir wieder den Niederrhein unsicher. Bis dahin bekommt Bonnie schon mal einen eigenen Blogpost, schließlich habe ich sie noch gar nicht richtig vorgestellt. Also: Bonnie – Blogleser, Blogleser – Bonnie. Nachdem ich im vergangenen Jahr einsehen musste, dass Nessi (Corratec RT Corones) eine Nummer zu groß für mich war, freundete ich mich langsam mit dem Gedanken an, dass ich ein neues Rennrad brauchte. Ich wälzte ein paar Kubikmeter Rennradzeitschriften (wenn ich nicht gucke, versucht C. sie als „Altpapier“ deklariert in die Mülltonne zu schmuggeln) und verlor mich recherchierte in Rennradinternetforen. Mein Vorteil: dank des fantastischen Bikefittings bei Ralf Kleckers wusste ich buchstäblich auf den Millimeter genau, wie mein zukünftiger Renner gebaut sein und worauf ich achten sollte. Meine Wahl fiel deshalb auf ein Rennrad von Rose (Rose Xeon Team GF-300/Ultegra) Bezahlbar! Top-Qualität und Ausstattung! Toller, kompetenter Service! Und vor allem konnte ich direkt meine Sonderwünsche (z.B. den Ritchey Steem Lenker, gaaanz schmal) konfigurieren. Dann kam der …

“Ich kann alles am besten!”

Dieser Satz ist ein Insider zwischen C. und mir. Er bezieht sich auf mein ebenso grenzenloses wie unbegründetes Selbstbewusstsein, das ich an den Tag lege, wenn es darum geht, etwas zu können. Diese Worte zitiert C. stets, wenn ich wieder mit irgendeinem Unfug ankomme – Marathon laufen, ein Kriterium fahren, einen Triathlon machen. Einen Triathlon?! Na klar, kann ich! Sofort anmelden! Da spricht doch alles dafür: Ich fahre super Rennrad! Laufen kann ich auch! Ich liebe Schwimmen! Heimvorteil! Mehrere Freundinnen machen ebenfalls mit! Außerdem hat Maren gesagt, Triathlon sei toll! C. rollte noch mit den Augen, als ich längst meine Startnummer (13!) für den Eyller-See-Triathlon in Aldekerk im vergangen Juli in den Händen hielt. Ich wähne mich bestens gerüstet: Während der sonnigen Monate fahre ich mehrmals in der Woche Rennrad. Meist sogar schnell. Jeden Mittwoch rackere ich mich unter Ehrenflamingo Martins strenger Aufsicht auf der Tartanbahn ab. Ab und zu gehe ich ins Freibad und kraule vergnügt durch die Fluten. Außerdem schwimme ich, als Generalprobe sozusagen, mit einer triathlonerfahrenen Freundin von den Ciclisti eine Runde …

Call me Kittel!

Ich schmeiß alles hin und werde Radprofi! C. weiß es noch nicht, und ein Team habe ich auch noch nicht gefunden. Aber mit diesem Artikel wird sich beides ja ganz schnell ändern. Jedenfalls: Bonnie und ich sind am 3. Oktober nach Münster gefahren, um am weltberühmten Münsterlandgiro teilzunehmen. Ehrenflamingo Martin und unser Freund Peter waren mit von der Partie. Zunächst verhielt ich mich jedoch sehr unprofessionell (interessierte Teams wie Katusha Alpecin oder BORA-hansgrohe – diesen Absatz jetzt bitte überspringen). Nachdem ich meine Startnummer an meiner neuen, flamingopinken Jacke gefixpointed und an Bonnies schmalen Lenker geknüpft habe, musste ich noch den Transponder für die Zeitmessung an der Gabel befestigen. Dank der im Starterset befindlichen Kabelbinder war auch das kein Problem. Super, wir können losrollen! Theoretisch. Praktisch habe ich den Transponder nicht nur an der Gabel, sondern auch an einer Speiche festgezurrt. Ich kann mich glücklich schätzen, dass Ehrenflamingo Martin in seinem Auto stets eine umfangreiche Werkzeugsammlung und Tape mitführt. Zudem tröste ich mich mit dem Gedanken, dass ich demnächst als Radprofi solche profanen Aufgaben nicht mehr …